Sonntag , 27. September 2020
Lange Warteschlangen vor der Post an der Sülztorstraße sind keine Seltenheit. Inzwischen sind Kunden froh, wenn überhaupt mal geöffnet ist. Foto: ap

Paketabholung wird zum Glücksspiel

Lüneburg. Auf die Öffnungszeiten ist kein Verlass. Regelmäßig stehen die Kunden des Postbank-Finanzcenters an der Sülztorstraße vor verschlossenen Türen. Die Zeiten, die im Internet angegeben sind, sind längst überholt. An manchen Tagen öffnet die Filiale gar nicht, an anderen später als sonst, manchmal kann man auch nur vormittags seine Pakete aufgeben oder abholen (LZ berichtete). Die Kritik der LZ-Leser reißt nicht ab. Und das, obwohl eine Sprecherin der Postbank schon vor zwei Monaten Besserung angekündigt hatte. Da standen die Kunden regelmäßig zusammen mit 60 anderen und ihren Paketen Schlange.

Angaben auf Abholschein nicht verlässlich

Wer einen Blick auf seinen Abholschein wirft, der erfährt, dass sich ein Besuch in der Filiale nur dienstags zwischen 8.30 und 13 Uhr, mittwochs zwischen 13 und 18 Uhr und donnerstags ab 10 Uhr lohnt. Doch: Die Angaben scheinen ebenfalls nicht verlässlich, denn Postbank-Pressesprecherin Iris Laduch-Reichelt nennt auf LZ-Nachfrage für die kommende Woche andere Zeiten (siehe Infobox). Und es kommt vor, dass wenn die Filiale eigentlich geöffnet haben soll, dann doch vor Ort ein weißer Zettel als Aushang darauf hinweist: „Aus organisatorischen Gründen geschlossen“.

Die personelle Situation an der Sülztorstraße sei auch nach wie vor noch sehr angespannt, sagt Laduch-Reichelt. „Um sie zu entspannen, wird die Postbank für dieses Finanzcenter einen neuen Mitarbeiter einstellen. Die Rekrutierung läuft bereits.“ Um kurzfristig bekanntwerdende Personalausfälle aufzufangen, seien meist sogenannte Springer oder Kollegen aus anderen Filialen im Einsatz. Das gelinge aber nicht immer, deshalb „kann es in Einzelfällen zu verkürzten Öffnungszeiten der Filiale kommen“. Wie berichtet, darf ein Mitarbeiter allein aufgrund des Vier-Augen-Prinzips nicht arbeiten, es müssen mindestens zwei sein.

Wartezeiten bessern sich nicht

Die kurzfristigen Schließungen führen dazu, dass der Kundenandrang an anderen Tagen nun noch einmal deutlich höher ist. Häufig haben sich LZ-Leser zuletzt über die langen Wartezeiten beschwert. Das ließe sich in der Vorweihnachtszeit nicht vermeiden, sagt Laduch-Reichelt. Der Grund dafür sei die viele Weihnachtspost, vor allem aber Pakete oder Päckchen, die sich auf den Weg zum Adressaten machen. „In der Adventszeit transportiert die Deutsche Post DHL für ihre Kunden an Spitzentagen über acht Millionen Pakete am Tag.“

Um die Wartezeiten in den Filialen in Grenzen zu halten, seien zurzeit noch verstärkt Auszubildende als Weihnachtshelfer im Einsatz. „Und unsere Personalplaner haben berücksichtigt, dass in den Vorweihnachtswochen deutlich weniger Mitarbeiter ihren Urlaub abwickeln, als zu anderen Zeiten des Jahres.“

Von Anna Paarmann

Öffnungszeiten in dieser Woche

Die Sprecherin der Postbank teilt mit, dass nach „derzeitigem Planungsstand“ die Filiale in der Sülztorstraße in der laufenden Woche wie folgt geöffnet habe:

  • Montag: 8.30 bis 18 Uhr
  • Dienstag: ab 13 Uhr
  • Mittwoch: 8.30 bis 13 Uhr
  • Donnerstags: ab 13 Uhr
  • Freitag: 8.30 bis 13 Uhr
  • Sonnabend: 9 bis 13 Uhr