Dienstag , 22. September 2020
Leerrohre für Glasfaserkabel könnten ab Herbst 2017 auch in der Samtgemeinde Gellersen flächendeckend in die Erde gebracht werden. Die Planungen dafür sind jetzt angelaufen. Ob es ein Erfolg wird, hängt auch von den teilnehmenden Haushalten ab. Foto: dth

Gellersen: 50.000 Euro Startkapital für Breitband

Reppenstedt. Über einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 50.000 Euro für den Breitband-Ausbau freut sich nach der Samtgemeinde Bardowick nun auch die Samtgemeinde Gellersen. Die Fördermittel vom „Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ sind für die Netz- und Strukturplanung bestimmt. Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers sagt: „Wir sind außerdem mit rund 25000 Euro Eigenmitteln dabei.“ Den Netzausbau wollen die Gellerser ebenfalls wie die Bardowicker mit Unterstützung der „ElbKom“, dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch im Kreis Harburg, bestreiten.

Die Netzstrukturplanung läuft bereits

Laut ElbKom-Vorstand Uwe Luhmann käme in beiden Lüneburger Samtgemeinden ein Ausbaupotenzial von rund 4.000 Anschlüssen zusammen. Die Netzstrukturplanung laufe bereits, sagt Röttgers. Dabei soll unter anderem ausgelotet werden, in welchen Gebieten der Samtgemeinde der Breitband-Ausbau durch die öffentliche Hand zum Zuge kommen kann. Laut Luhmann dürfen Kommunen, die in den Genuss von Fördermitteln kommen, nur in weißen Flecken, Bereichen mit Breitband-Unterversorgung, in den Markt eingreifen. In Gellersen kommen dafür der Reppenstedter Ortsteil Dachtmissen sowie Kirch-, Süder- und Westergellersen in Frage. Jene Kommunen hatten der Samtgemeinde jüngst auch die Aufgabe des Breitbandausbaus übertragen.

Damit hat sich auch Gellersen von der Breitband-Initiative des Landkreises abgewandt, der mit der Förderung einer Wirtschaftlichkeitslücke einen privaten Netzanbieter dazu bewegen will, das schnelle Internet flächendeckend in ländliche Regionen zu bringen. Bei dem Konzept der ElbKom hingegen ist von Anfang vorgesehen, ein eigenes Glasfasernetz aufzubauen, das bis in die Haushalte geht. Dazu sagt Röttgers: „Ich bin zuversichtlich, dass wir so eine zukunftsträchtige Versorgung unserer Gemeinden mit schnellen Anschlüssen gewährleisten können.“

Suche nach möglichem Netzbetreiber läuft bereits

Die weitere Zeitschiene soll nun im Gleichschritt mit der Samtgemeinde Bardowick verfolgt werden, wo die zumindest als teilweise unterversorgt geltenden Gemeinden Barum, Handorf, Wittorf, Radbruch und Mechtersen mit im Boot sind (LZ berichtete).

Noch bis Ende Dezember läuft der EU-weite Teilnahmewettbewerb für interessierte Netzbetreiber. Abschließende Verhandlungsgespräche mit Bewerbern sollen Ende Januar, Anfang Februar geführt werden. Im März soll schließlich die Entscheidung für einen Betreiber fallen. Und im April soll in den Samtgemeinden Gellersen und Bardowick dann die wichtige Vorvermarktungsphase starten. Ähnlich, wie schon in der Samtgemeinde Elbmarsch geschehen, dort hatten die Verantwortlichen eine Quote von 60 Prozent der Haushalte angestrebt, die verbindlich am Breitband-Ausbau teilhaben wollten. Luhmann sagt: „So wollen wir sicherstellen, dass der Ausbau für uns wirtschaftlich ist.“ Dazu Röttgers: „Dann sind auch alle Bürgermeister und Ratsmitglieder in Gellersen gefragt, für das Projekt zu werben.“

Parallel zur Vorvermarktung soll laut Luhmann zwischen Mai und Juni 2017 die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten erfolgen. Liegen die Kosten im Rahmen und stimmt die Vermarktungsquote, fällt die Entscheidung zur Umsetzung des Breitband-Ausbaus. Der erste Spatenstich könnte dann im Herbst erfolgen.

Von Dennis Thomas

Samtgemeinde Elbmarschab Frühjahr 2017 digital

Etwas mehr als 1500 Haushalte in der Samtgemeinde Elbmarsch können schon die Vorzüge genießen, die ihnen das schnelle Internet bietet, oder sie stehen kurz davor. Bis zum kommenden Frühjahr sollen alle der über 3000 Haushalte, die sich an dem von der samtgemeindeeigenen „Elbmarsch Kommunal Service“ (ElbKom) initiierten Projekt beteiligt haben, angeschlossen sein.

Trotz Winterwetter mit Kälte und Nässe gehen die Tiefbauarbeiten für den Glasfaserausbau in Marschacht weiter. Aktuell, so berichtet ElbKom-Vorstand Uwe Luhmann, werden die Trassen an der Eichholzer Straße verlegt. Mit einem zweiten Trupp arbeitet die Tiefbaufirma an der Elbuferstraße in Obermarschacht. Dort finden, von der Nord- auf die Südseite der Straße, Bohrungen für Leerrohre statt.

Wenn das Wetter mitspielt, gehen die Arbeiten in Niedermarschacht bis Rönne sowie im Ortsteil Drage weiter. Der zurzeit nicht nutzbare Rad- und Gehweg an der Landesstraße von Rönne bis Ende Drennhausen soll ab nächster Woche mit einer Tragschicht asphaltiert werden. Der Einbau der endgültigen Deckschicht folgt im Frühjahr 2017. Bis kurz vor Heiligabend, so Uwe Luhmann, gehen die Arbeiten für das Kabelnetz weiter. Zwischen den Feiertagen gibt es eine Pause, im neuen Jahr soll es dann in den Endspurt gehen. pet