Dienstag , 27. Oktober 2020
Trotz Durchfahrtverbots für Pkw wird die Bernsteinstraße gern als Abkürzung zwischen Ochtmissen und Bardowick genutzt. Jetzt ist die Straße mit ihrer Querung über die A39 erneut als Entlastungsstrecke in die Diskussion geraten. Foto: t&w

Mehr Verkehr durch Ochtmissen?

Lüneburg. Mit steigenden Einwohnerzahlen droht auch die Verkehrsbelastung in Lüneburg weiter zu steigen. Kann die Stadt der Lage noch Herr werden? „Ja, aber nicht so, wie es Vögelsens Bürgermeisterin vorgeschlagen hat“, sagt Jens-Peter Schultz. Der Ortsbürgermeister von Ochtmissen wendet sich damit gegen Vorschläge von Silke Rogge, den Ebelingweg und die Bernsteinstraße für den Fahrzeugverkehr freizugeben. Die Bürgermeisterin hatte dies auf dem Informationsabend zum geplanten Neubaugebiet am Wienebütteler Weg empfohlen, um so für eine Entlastung auf den Hauptverkehrsachsen im westlichen Lüneburg zu sorgen.

Die Ideen von Silke Rogge „greifen zu kurz“, kritisiert Schultz, Verkehr müsse als „ganzheitliches Paket“ betrachtet werden. Hierzu arbeite der Landkreis gemeinsam mit der Stadt und den Gemeinden an einem integrierten Mobilitätskonzept mit Schwerpunkt Stärkung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, „das weiß auch Frau Rogge“. Warum sie dennoch die beiden Straßen ins Gespräch brachte, sei für ihn unverständlich, „ich würde mir jedenfalls nicht anmaßen, Vögelsen Ratschläge zu machen“.

Die Äußerungen Rogges hatten Schultz zufolge Irritationen bei Ochtmisser Bürgern ausgelöst. „Die Menschen verstehen das nicht und ärgern sich, dass solche Diskussionen jetzt wieder aufkommen. Die Freigabe der Bernsteinstraße für den Normalverkehr hat man schließlich schon vor Jahren aus gutem Grund verhindert.“ Dass dort Busse und Rettungswagen fahren, unterstütze man, „einen regulären Verkehr durch Ochtmissen lehnen wir aber ab“. us