Freitag , 30. Oktober 2020
Die Filiale der Warenhauskette Strauss an der Grapengießerstraße in Lüneburg schließt spätestens Ende Februar. Foto: A/be

Strauss zieht den Schlussstrich

Lüneburg. Vor einer ungewissen Zukunft mussten die Mitarbeiter der Strauss-Filiale an der Grapengießerstraße seit 2014 bereits zwei Mal bangen, doch jetzt ist klar, dass es für sie dort keine Zukunft mehr gibt. „Die Lüneburger Filiale schließt spätestens Ende Februar“, sagt auf LZ-Nachfrage Thomas Feldmann, Pressesprecher der Düsseldorfer Kanzlei AndresPartner, die Kanzlei ist Insolvenzverwalter für die Warenhauskette Strauss Innovation. Und er weiß: „Der Ausverkauf beginnt. Wenn keine Ware mehr da ist, wird die Filiale auch schon früher geschlossen.“

Trotz aller Bemühungen kein Investor

Insolvenzverwalter Dirk Andres hatte die 670-köpfige Belegschaft am Freitag darüber informiert, dass trotz aller Bemühungen kein Investor gefunden werden konnte und die bundesweit 57 Filialen sowie die Verwaltung in Langenfeld bei Düsseldorf geschlossen werden (LZ berichtete). „Den Mitarbeitern einiger Filialen wurde bereits bei der zweiten Insolvenz zum Jahresende 2016 gekündigt“, sagt Thomas Feldmann. Dazu gehören die Lüneburger allerdings nicht. Strauss hatte seine Filiale an der Grapengießerstraße im Jahr 2002 eröffnet, hier fortan einen Mix aus Kleidung, Kleinwaren und Lebensmitteln angeboten.

Der erste Schock für die zwölf Lüneburger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kam im Januar 2014, als sie erfuhren, dass Strauss Innovation den Antrag auf Eröffnung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens gestellt hatte das Unternehmen hatte drei Monate Zeit, einen eigenen Insolvenzplan zu erstellen. Das Lüneburger Haus wurde gerettet, einige andere Filialen mussten schließen.

Der zweite Schock für die Lüneburger folgte Mitte September 2016, als das Unternehmen Strauss Innovation, das 2015 von der Mittelstandsholding übernommen wurde, die Insolvenz anmeldete. Der Insolvenzverwaltung Dirk Andres versuchte, einen neuen Investor ins Boot zu holen vergebens.

Von Rainer Schubert