Mittwoch , 28. Oktober 2020
Das Parkhaus Stadtmitte war jetzt für viele Besucher am Sonnabend das favorisierte Ziel. Das Leitsystem der Hansestadt zeigte freie Plätze an, das stimmte aber nicht. Das Parkhaus war längst voll besetzt. Foto: jj

Parkleitsystem Lüneburg: Anzeige löst Verkehrschaos aus

Lüneburg. Ein technischer Fehler hat am Sonnabend für Chaos rund um die Scharff-Kreuzung gesorgt. In der Schießgrabenstraße wies das Parkleitsystem der Stadt für das Parkhaus Stadtmitte freie Plätze aus. Für die Autofahrer, die gern im Zentrum parken wollten, um ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen, war das natürlich reizvoll. Vor dem Parkhaus angekommen wurde schnell klar: Keine freien Plätze vorhanden. An der Kreuzung ging es danach stundenlang weder vor noch zurück.

Auch Kaufhaus-App mit falschen Zahlen versorgt

Hauptschuld an den Fehlleitungen vom Wochenende hat das Parkleitsystem der Stadt, denn das wird zurzeit auf einen neuen Rechner umgestellt, sagt Stadtpressesprecher Daniel Gritz auf LZ-Nachfrage. Dieser sei an den Verkehrsleitrechner gekoppelt. „Hier kam es offensichtlich zu Problemen: Die Firma Siemens hat aus den Parkhäusern die Schranken-Zählungen nicht übertragen bekommen.“

Das sei auch die Erklärung für die falschen Belegungszahlen in der Smartphone-App „Kaufhaus Lüneburg“ am Wochenende. Die Anwendungssoftware gibt unter anderem an, wie viele freie Plätze die hiesigen Parkhäuser noch bereit halten. Sina Kunz, Mitarbeiterin der Marktplatz GmbH: „Die Daten aus dem Parkleitsystem der Stadt werden uns zurzeit nicht richtig übermittelt.“
Die Stadt ist zuversichtlich, dass die Umstellung auf den neuen Rechner bis zum kommenden Wochenende funktioniert, sagt Gritz. „Falls es wieder zu Problemen kommt, ist als Krisen-Management vorgesehen, dass die Parkhaus-Betreiber Siemens Bescheid sagen.“ Die könnten die Anzeigen dann auf „besetzt“ schalten.

Auch viele andere Parkhäuser waren am zweiten Adventswochenende hoffnungslos überfüllt. Die Besucher strömten zu Tausenden in die Innenstadt. Auch vor dem Karstadt-Parkhaus und an den Sülzwiesen sollen die Autos Schlange gestanden haben. Das zeigt zumindest die Diskussion auf der LZ-Facebook-Seite am Wochenende. „Lüneburg hat ein Verkehrsproblem und das nicht erst seit gestern“, heißt es da. Eine andere Leserin kritisiert das Verhalten der Autofahrer: „Selbst Schuld! Ein paar Schritte laufen oder den Bus nehmen schadet eigentlich auch nicht.“ Dass man in der Vorweihnachtszeit nicht mit dem eigenen Auto in die Innenstadt fahren sollte, darauf weist ein anderer Nutzer hin. „Da ist alles voll.“

Polizei: Bei funktionierender Ampel kaum Alternativen

Die Lüneburger Polizei sieht kaum Möglichkeiten, solche Situationen zu entzerren. Den Stau an einer Kreuzung „mal freizuregeln“ sei nicht das Problem, sagt Pressesprecherin Antje Freudenberg. Maßgebend dafür sei aber eine defekte oder ausgeschaltete Ampel. „Wenn die Anlage jedoch eingeschaltet ist, ist es für die Polizei gefährlich, die Regelung des Verkehrs zu übernehmen.“ Bevor sich ein Schutzmann auf die Kreuzung stellt, müsse die Situation erst gründlich abgewägt werden. Antje Freudenberg hat aber einen Hinweis für Autofahrer: Freitags ab 16 Uhr wird der Behördenparkplatz, Auf der Hude 2, geöffnet. „Unter der Woche ist dieser beschrankt, am Wochenende allerdings frei.“