Freitag , 30. Oktober 2020
In der Nähe des Lopauparks soll das Wohnprojekt entstehen. Dafür setzen sich ein (v.l.) Uwe Schröder (Sparkasse), Michael Göbel und Claudia Kalisch von der Samtgemeinde, Bürgermeister Hartmut Schmidt und sein Stellvertreter Oliver Weyerstall sowie Gemeindedirektor Helmut Völker. Foto: dth

Amelinghausen realisiert Generationen-Wohnprojekt

Amelinghausen. Die langersehnten Baugenehmigungen sind da: Jetzt soll die Vermarktung für das Projekt „Mehrgenerationenwohnen“ am Lerchenweg in Amelinghausen beginnen. Sobald für die Hälfte der 18 Wohneinheiten verbindliche Kaufzusagen vorliegen, soll kurzfristig der erste Spatenstich stattfinden. Die Fertigstellung ist Ende 2017, Anfang 2018 geplant. Der Kaufpreis für die Wohnungen im KfW-55 Effizienzhaus liegt jeweils bei rund 2700 Euro pro Quadratmeter, plus Zusatzkosten für Carport und Rollläden. Damit auch der soziale Aspekt eine Rolle spielt, hat sich der Gemeinderat Amelinghausen bereits in der vergangenen Wahlperiode dafür ausgesprochen, dass die Kommune mindestens vier Wohnungen zur Vermietung erwerben soll.

Demographie und Daseinsfürsorge

Das Bauvorhaben am Lerchenweg ist ein Baustein im Leitprojekt „Demographie und Daseinsfürsorge“ der Metropolregion Hamburg, für das die Samtgemeinde als Projektträger und die Gemeinde Amelinghausen Pate stehen. Es geht um neue Wohnmöglichkeiten fürs Leben im Alter im ländlichen Raum. Dabei setzen sowohl der Lüneburger Projektentwickler „Busch & Kesse“ sowie die Sparkasse Lüneburg als Vertriebspartner auf eine Durchmischung von Jung und Alt in den zwei mit Personenaufzügen ausgestatteten Stadtvillen.

Zuerst soll eine Stadtvilla mit zehn Wohneinheiten entstehen: mit acht Zwei-Zimmer-Wohnungen in Größen von rund 60 Quadratmetern sowie zwei Drei-Zimmer-Wohnungen mit 94 Quadratmetern. Die Gesamtpreise liegen, inklusive Kosten für Carport und Rollläden, zwischen 175220 Euro und 275350 Euro. Für Amelinghausen sind das stattliche Preise. Doch Uwe Schröder von der Sparkasse Lüneburg glaubt, dass sich einerseits junge Menschen dafür interessieren könnten, die beispielsweise bisher zur Arbeit nach Amelinghausen pendeln. Andererseits könne das Angebot für ältere Menschen interessant sein, die entweder zu ihren Kindern nach Amelinghausen ziehen wollten oder aber für ältere Anwohner, denen ihr Haus im Heideort zu groß geworden ist. Dort würden dann weitere Potenziale frei werden.

Weitere Impulse für Wohnungsmarkt erhofft

Auch Gemeindedirektor Helmut Völker hofft, dass durch das neue Wohnungsangebot weitere Impulse auf dem örtlichen Wohnungsmarkt gesetzt werden. Ebenso wie Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch: „Ich bin froh, dass dieses Projekt mit Unterstützung der Gemeinde umgesetzt werden kann und wir wollen die Zusammenarbeit auf jeden Fall fortsetzen.“

Bei einer Informationsveranstaltung im Frühjahr im Amelinghausener Rathaus hatten bereits rund 80 Personen Interesse an dem neuen Wohnungsangebot gezeigt. Der größte Teil stammt bisher aus der Samtgemeinde Amelinghausen selbst. „Bei der Vergabe werden Amelinghausener bevorzugt behandelt“, sagt Bauamtsleiter Michael Göbel. Gleichwohl sei das Angebot auch für andere offen. Sollte sich das Vorhaben als Erfolg erweisen, könnte es Modellcharakter bekommen.

Von Dennis Thomas