Mittwoch , 21. Oktober 2020
Unter dem Motto Satt ist nicht genug werben Superintendent Christian Cordes (l.), Superintendentin Christine Schmid und Pastor Willi Mann für eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung. Foto: be

Spendenaktion: „Brot für die Welt“ startet

Lüneburg. Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Dürreperioden und Überflutungen erfordern immer wieder internationale Nahrungsmittelhilfe. Zuletzt wurde Ende April wegen einer Dürre der Notstand im Land ausgerufen. Nun unterstützen die Christen der Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede ein Projekt mit dem Titel „Das Glück ist mit dem Tüchtigen“ in dem afrikanischen Staat über die 58. Aktion „Brot für die Welt“, die am kommenden Sonntag startet.

Hilfe zur Selbsthilfe im afrikanischen Malawi

Bei der 57. Aktion kamen im Kirchenkreis Lüneburg rund 82000 Euro zusammen, im Kirchenkreis Bleckede waren es 33000 Euro. „Der Wille zum Helfen ist weiter da, die Spendenbereitschaft ungebrochen“, sagt Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid: „Trotz steigender Hilfe in unserem eigenen Land, Stichwort Flüchtlinge, spenden die Menschen für die Unterstützung von Projekten in armen Ländern. So können die Flüchtlingsursachen bekämpft werden.“ Bleckedes Superintendent Christian Cordes ergänzt: „Dabei geht es nicht darum, nur Hilfsgüter abzuladen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten mit Kooperationspartnern vor Ort.“ In dem 12-Millionen-Einwohner-Staat Malawi, wo 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, ist es die kirchliche Organisation „Churches Action in Relief and Development“ (CARD).

Pastor Willi Mann, der Lüneburger Brot-für-die-Welt-Beauftragte, erläutert das Projektziel in Malawi: „Die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Menschen gegenüber den Folgen des Klimawandels soll verbessert werden. Das 2015 gestartete Projekt ist auf zunächst drei Jahre angelegt. Bewässerungssysteme werden entwickelt und angelegt, Dorfbewohner geschult, erlangen Kenntnisse beispielsweise zur Produktion und Vermarktung von Erzeugnissen. Bislang wurden vier Bewässerungssysteme errichtet, von denen 630 Familien profitieren.“ Beteiligt sind insgesamt 4000 Haushalte mit rund 22000 Personen in ausgewählten Gemeinden.

Das Projekt zeigt laut Mann bereits erste Erfolge: „Mindestens 60 Prozent der Haushaltsmitglieder leiden in den kritischen Monaten keinen Hunger. Aus projektbezogenen Tätigkeiten resultiert ein Zuwachs des Haushaltseinkommens von mindestens 25 Prozent.“ Willi Mann weiß, dass die Hilfe aus deutscher Sicht gar nicht teuer ist. So kosten fünf Säcke Zement mit je 50 Kilogramm für den Bau eines Bewässerungskanals 50 Euro, 10000 Ziegelsteine für den Bau eines Wehrs 130 Euro.
Christine Schmid weist auf einen anderen Aspekt hin: „Satt ist nicht genug. Die Menschen lernen auch, beispielsweise mehrere Gemüsesorten anzubauen und so gesünder zu essen.“

Die Sammlungen

Die 58. Aktion „Brot für die Welt“ läuft vom 1. Advent bis zum 6. Januar. Die Kollekten aus allen Gemeinden vom 27. November und von Heiligabend fließen in die Aktion. Zudem organisieren Gemeinden Basare und andere Aktionen, deren Erlös an „Brot für die Welt“ geht.

In Dahlenburg wird am nächsten Sonntag das Gemeindefest gefeiert, Sponsoren unterstützen das Projekt. Beim Weihnachtsmarkt vor St. Johannis in Lüneburg kann das Pfandgeld gespendet werden.