Freitag , 30. Oktober 2020
Vor dem Eingang zur Toilettenanlage im Rathaus an der Waagestraße kommt es regelmäßig zu Warteschlangen. Foto: phs

Mehr Platz auf stillem Örtchen

Lüneburg. Die Hansestadt hat eine Menge zu bieten, steht auch bei Touristen hoch im Kurs. Doch wenn es darum geht, einem dringenden Bedürfnis nachzukommen, hat mancher seine Not. Vor dem Eingang zur Toilettenanlage im Rathaus an der Waagestraße kommt es regelmäßig zu Warteschlangen, weiß auch die Verwaltung. Zudem ist das stille Örtchen in keinem guten Zustand. Nun soll endlich etwas passieren.

Pro Woche nutzen 3500 Personen die WC-Anlage

Die Herrentoilette im Rathaus. So leer ist es selten, wenn in dern Innenstadt Hochbetrieb herrscht. Foto: phs
Die Herrentoilette im Rathaus. So leer ist es selten, wenn in dern Innenstadt Hochbetrieb herrscht. Foto: phs

Aktuell nutzen laut Stadt durchschnittlich 3500 Personen pro Woche das WC. Wenns pressiert, kann das Anstehen schon mal zum Problem werden. Alternativen sind nicht in nächster Nähe zu finden. Seitdem die Alte Musikschule verkauft wurde, gibt es dort keine öffentliche Toilette mehr. Lediglich im Glockenhaus sowie an den Sülzwiesen gibt es weitere Anlagen. Keine gute Visitenkarte für die Stadt, wurde auch am LZ-Lesertelefon wiederholt bemängelt.

Bereits im August 2014 hatte es seitens der Verwaltung geheißen: Zum Jahresende solle mit der Sanierung der Toiletten am Rathaus begonnen werden. Im Etat seien dafür fürs laufende Jahr 190000 Euro eingestellt, 2015 weitere 100000 Euro. Die Umsetzung des Projektes wurde jedoch verschoben. Stadtbaurätin Heike Gundermann erklärt: „In der Planung von 2014 sollte eine neue Toilettenanlage in derselben Größe wie bisher gebaut werden. Nunmehr ist eine Erweiterung der Kapazität geplant.“

Mobile Lösung für die Übergangszeit

Eine Erweiterung am derzeitigen Standort ist jedoch nicht möglich, denn unter der Toilettenanlage befindet sich der bauhistorisch wertvolle Ambrosiuskeller, einer der ältesten Gebäudeteile des Rathauses. Die Pfeiler des Kellers, die erst vor wenigen Jahren aufwändig saniert wurden, könnten eine zusätzliche Last nicht aufnehmen. Deshalb soll nun eine neue, größere Toilettenanlage im kleinen Innenhof entstehen, der sich an den Ratskeller anschließt. Kosten: 450000 Euro. Die bisherigen WC-Räume werden laut der Stadtbaurätin mit Fördermitteln des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ saniert und sollen künftig anders genutzt werden.

Für die Übergangszeit zwischen der Stilllegung des alten und Fertigstellung des neuen WC werde eine mobile Toilettenanlage im Klosterhof aufgestellt, die sei bereits bestellt.

Von Antje Schäfer