Freitag , 30. Oktober 2020
Jan Burghardt (r.) und sein Kollege André Bauch gehören zum Pflanztrupp. Mit vereinten Kräten setzen sie die Pflanzpfähle für die neuen Winterlinden entlang der K 53 zwischen Ebensberg und Erbstorf. Foto: t&w

Neue Linden an der Kreisstraße

Adendorf/Lüneburg. Der Schnee ist weg, stattdessen gibts derzeit fast schon wieder frühlingshafte Temperaturen: Beste Gelegenheit also, Bäume zu pflanzen. Und das machen zurzeit die Mitarbeiter des kreiseigenen Betriebes für Straßenbau und -unterhaltung (SBU). Sie pflanzen 150 Lindenbäume entlang der Kreisstraße 53 zwischen Ebensberg und Erbstorf. Ersatz für die 50 Linden, die Anfang des Jahres aus Sicherheitsgründen an der Strecke gefällt werden mussten. Die Bäume waren nicht mehr standsicher und stellten eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer dar (LZ berichtete).

„Die Linde ist ein gut geeigneter Alleen-Baum.“
Michael Seegers, Leiter des Betriebes Straßenbau und -unterhaltungdes Landkreises Lüneburg

Von Anfang an war klar, dass für die alten, 70 bis 80 Jahre alten Laubbäume Ersatz kommen wird „um den Alleen-Charakter zu erhalten“, erläutert SBU-Chef Michael Seegers gestern vor Ort. In die Erde gebracht werden die neuen Bäume aber nicht von Gärtnern einer Baumschule, sondern von Seegers Mitarbeitern. Fachmännisch und mit Routine.
Für das Buddeln des Pflanzlochs ist Ernst-Otto Knorr verantwortlich. Mit der Fernbedienung steuert er den Greifer auf dem Lkw. In Minutenschnelle hat er an der mit einem Farbkreuz markierten Stelle die Erde ausgehoben. Der nachfolgende Trupp bringt die Bäume in das Loch, schaufelt Erde und Pflanzensubstrat an die Wurzel. Der letzte Trupp schließlich rammt um jeden Baum das Pfahlgestell, bestehend aus drei Pflanzstäben in die Erde, an denen die Bäume angebunden werden. Insgesamt sind elf Mitarbeiter aus den Bauhöfen Embsen und Breetze mit dieser Arbeit beschäftigt.

Rund 15000 Euro kosten die Bäume einschließlich Pflanzaktion. Klingt nach viel Geld, ist aber immer noch günstig: „Hätten wir die Linden nicht von unseren Leuten, sondern von einer Gärtnerei pflanzen lassen, lägen die Kosten bei 35000 bis 40000 Euro“, rechnet SBU-Chef Michael Seegers vor.
An den Stellen, an denen jetzt die jungen Winterlinden gepflanzt werden, wurde die Bodenqualität zuvor durch „Schürfgrabungen“ erforscht, um sicherzustellen, dass nicht zuvor noch ein großräumiger Bodenaustausch erfolgen muss. Um das gute Anwachsen der Bäume zu garantieren, wurde in jedes Pflanzloch zudem 140 Liter Pflanzensubstrat gegegeben.

Jetzt hofft Betriebsleiter Seegers, dass die jungen Bäume auch gut wachsen und gedeihen werden. Der SBU-Chef hat da keine Zweifel: „Die Linde ist ein gut geeigneter Alleen-Baum. Zum einen ist er winterhart, er kann aber auch längere Trockenzeiten besser als viele andere Baumarten überstehen. Und sollte doch noch der eine oder andere Baum trotz aller Pflege eingehen, werden wir ihn ersetzen“, verspricht Seegers.

Von Klaus Reschke