Dienstag , 27. Oktober 2020
Der 116 Jahre alte Raddampfer Kaiser Wilhelm aus Lauenburg soll bis 2020 für 1,3 Millionen Euro saniert werden. Der Bund gibt fast eine Million Euro dazu. Foto: tja

Millionenzuschuss für den Kaiser

Von Timo Jann
Lauenburg. Millionen-Segen für Lauenburgs schwimmendes Wahrzeichen, den 116 Jahre alten Raddampfer Kaiser Wilhelm: Der Haushaltsausschuss des Bundes hat jetzt knapp eine Million Euro für die umfassende und seit langem geplante Sanierung des Raddampfers beschlossen. „Damit ist die Rettung des historischen Raddampfers endgültig gesichert. Ich freue mich, dass mir die Kollegen im Haushaltsausschuss gefolgt sind und wir in Lauenburg diesen großartigen Erfolg feiern können“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und Haushaltspolitiker Norbert Brackmann aus Lauenburg.

„Mit diesem Geld können wir den Kaiser für die nächsten Jahre und Jahrzehnte fit machen. Ich freue mich riesig“, sagte Markus Reich, der Vorsitzende und Kapitän des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums, der das Denkmal betreibt und regelmäßige Fahrten auf der Elbe anbietet.

Ein Wahrzeichen Lauenburgs

„Das Schiff ist ein Wahrzeichen Lauenburgs und als Touristenattraktion ein Aushängeschild für die ganze Region. Durch die Bundesförderung wird der Raddampfer nun umfassend instandgesetzt und dann bald wieder im alten Glanz erstrahlen“, berichtete Brackmann. Die Sanierung wird über die Jahre 2017 bis 2020 ausgeführt werden, Fahrten trotzdem angeboten werden. Reich: „Der größte Brocken wird der Einbau eines neuen Kessels. Wir wollen versuchen, die Firma, die den jetzigen Kessel eingebaut hat, erneut zu beauftragen. Der Kessel hat mehr als 60 Jahre gehalten.“ Außerdem würden viele andere Bauteile wie der Rauchfang, das Holzdeck und die Rudermaschine ausgetauscht oder überholt werden, hieß es.

Brackmann geht davon aus, dass der Förderbescheid voraussichtlich im ersten Quartal 2017 erteilt wird und dann die wichtigen Arbeiten am Schiff beginnen können. „Das ist echt der Hammer“, ist Reich begeistert.

Historische Bedeutung für die Elbschifffahrt

„Die Erhaltung des Raddampfers, der 1899 bis 1900 gebaut wurde, hat eine besondere historische Bedeutung für die Elbschifffahrt. Er ist einer von zwei noch fahrenden kohlebefeuerten Schaufelraddampfern in Deutschland“, begründet Brackmann die besondere Funktion des Schiffes. Insgesamt wird die umfassende Sanierung des Raddampfers etwa 1,3 Millionen Euro kosten. „Mit der Bundesförderung haben wir einen großen und den wichtigsten Schritt gemacht, das auch stemmen zu können“, so Reich.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Bund 400.000 Euro für erste Sanierungsmaßnahmen im mittleren Schiffsbereich zur Verfügung gestellt.