Freitag , 30. Oktober 2020

Arbeitslosenquote in Lüneburg sinkt auf 5,4 Prozent

Von Rainer Schubert
Lüneburg. „Ab Jahresmitte bildete sich die Flüchtlingsbewegung wie erwartet in den Arbeitslosenzahlen ab“, sagt Bernd Passier, Chef der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen: „Im Oktober waren 346 arbeitslose Schutz­suchende in Stadt und Landkreis Lüneburg bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet. Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes allerdings kompensierte diesen Zugang, die Arbeitslosigkeit blieb weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau.“ Die Arbeitslosenquote sank von September bis Oktober um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent, im Oktober 2015 waren es noch 5,7 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit einem Vierteljahrhundert.

Der Arbeitsmarkt in Stadt und Kreis zeigte sich laut dem Agentur-Chef „in einer stabilen Verfassung“. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich gegenüber September um 153 auf 5157 Frauen und Männer. Dabei profitierte vor allem die Gruppe 50plus, hier sank die Zahl der Älteren um 40 auf 1643. Auch bei den Langzeitarbeitslosen gab es einen deutlichen Rückgang von 40 Betroffenen auf 1582.

Im Oktober meldeten sich 1350 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 38 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1513 Personen ihre Arbeitslosigkeit (plus 75). Seit Jahresbeginn gab es 13860 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 209 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 14027 Abmeldungen von Arbeitslosen (minus 44).

1499 Stellen sind aktuell unbesetzt

„Die Arbeitskräftenachfrage bewegte sich nach wie vor auf einem hohen Niveau“, sagt Passier. Der Bestand an Arbeitsstellen ist um 26 Stellen auf 1499 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 150 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten 390 neue Arbeitsstellen. Seit Januar gingen 4233 Arbeitsstellen ein, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist mit plus sieben Stellen nur gering. Im gesamten Agentur-Bezirk inklusive der Geschäftsstellen Winsen, Lüchow und Uelzen sank die Arbeitslosenquote um 0,2 auf 5,0 Prozent. Passier: „Mit 14850 Arbeitslosen waren erstmals weniger als 15000 Betroffene gemeldet.“

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zum Beispiel Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden, oder auch die, die einen Gründungszuschuss erhalten. Die Unterbeschäftigung betraf im Oktober in Stadt und Kreis 7297 Frauen und Männer und verringerte sich gegenüber September um 69 Personen (0,9 Prozent). Verglichen mit Oktober 2015 nahm sie allerdings um 335 Personen (4,8 Prozent) zu.

Arbeitsmarktreport Oktober 2016