Mittwoch , 21. Oktober 2020
So könnte es aussehen, wenn ab 2018 im Bereich Waldwinkel der neue Bahnhaltepunkt Adendorf verwirklicht sein wird. Die Realisierung des Traums vieler Adendorfer sei auf der Zielgeraden, heißt es aus dem Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Hannover. Grafik: ingenieubüro vössing hannover

Nächster Halt Adendorf

Adendorf. „Die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes Adendorf befindet sich auf der Zielgeraden.“ Das sagt Sabine Schlemmer-Kaune, Pressesprecherin im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr. Und Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD) hört dieses Sig­nal aus Hannover gern: „Ich kann mir vorstellen, dass der Bahnhaltepunkt in unserer Gemeinde noch 2018 Realität wird.“

Zahlreiche Pendler hoffen auf kürzere Fahrzeiten

Zuletzt am 29. September 1979 hatte in Adendorf ein Personenzug gehalten, dann wurde der damalige Bahnhof stillgelegt. Das Gebäude wird seit langem als Wohnhaus genutzt. Die Reaktivierung des Bahnhalts ist ein Traum vieler Adendorfer, die viel Zeit auf dem Weg zum Umsteigebahnhof Lüneburg oder auch in Richtung Lauenburg sparen würden. Auch alle im Rat vertretenen Parteien waren sich einig: Ein Haltepunkt muss wieder her.

Bahn Adendorf
Adendorf Bürgermeister Thomas Maack hofft, dass der Bahnhaltepunkt für seine Gemeinde innerhalb der nächsten zwei Jahre realisiert werden kann. Foto: A/t&w

Viele Gespräche hat es seitdem gegeben. Oft saßen Bürgermeister Maack und Bauamtsleiter Christian Ninnemann mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), mit den Bahn-Töchtern DB Netz sowie DB Station und Service, die den Haltepunkt betreiben wird, zusammen. Auch in der nächsten Woche treffen sich Maack und Ninnemann zum Gespräch mit der DB Station und Service in Hamburg.

Der Gemeinde liegt inzwischen die von der DB Station und Service erarbeitete „Planungsbegleitvereinbarung“ vor, in der es unter anderem um den möglichen Standort, die Modalitäten der Ausschreibung und die Kostenplanung geht. Ist diese Vereinbarung mit allen Seiten abgestimmt, können die Adendorfer einen Fachplaner für die weiteren Schritte verpflichten, der sich unter anderem um die Auswahl des besten Standorts kümmert, Bodenuntersuchungen und Vermessungen vornimmt. Maack: „Das möchten wir noch in diesem Jahr tun.“

Land trägt den Löwenanteil der anfallenden Kosten

Etwa ein halbes Jahr, so der Bürgermeister, dürfte es dauern, bis das beauftragte Ingenieurbüro seine Ergebnisse vorlegt. Am Ende soll das Büro darüber befinden, so Maack, ob das Projekt finanziell „machbar“ ist. „Und davon gehe ich fest aus.“ 75 Prozent der Baukosten wird am Ende das Land Niedersachsen tragen, 25 Prozent gehen auf das Konto der Gemeinde Adendorf.
Ein Gelände in der Nähe der Fußgängerunterführung Waldwinkel könnte sich Thomas Maack als Standort für den künftigen Bahnhaltepunkt vorstellen. Viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und nur wenige Parkplätze für Autos soll es dort geben. „Die Leute sollen mit dem Fahrrad, zu Fuß oder per Bus zum Bahnhaltepunkt kommen. Uns ist auch der ökologische Aspekt wichtig.“

Die Planungen sind langwierig, der Bau des künftigen Bahnhaltepunkts kann dann ganz schnell gehen, weiß Thomas Maack, der vor seiner Zeit als Bürgermeister lange Jahre im Management der Deutschen Bahn tätig war. „Das Herstellen der Anlage ist kein Hexenwerk“, sagt er. Ist das Gelände erst einmal vorbereitet, könne der Haltepunkt mit Fertigbauelementen schnell erstellt werden. 140 Meter lang soll der Bahnsteig werden. „Der liegt 76 Zentimeter über den Schienen, der Einstieg ist damit ebenerdig“, so Maack.

Vor dreieinhalb Jahren hatte Minister Olaf Lies (SPD) den Startschuss zur Untersuchung von möglichen zusätzlichen Haltepunkten und Strecken im Land gegeben. Die damit beauftragte LNVG unterzog 38 Stationen einer eingehenden Analyse. Aus den 38 Stationen wurden erst 21, dann zehn herausgefiltert, deren Umsetzung als „kurzfristig“ möglich eingestuft wurden darunter Adendorf. „Die Ampel steht auf Grün“, bestätigt auch Rainer Peters, Pressesprecher der LNVG, die für die Durchführung des Personennahverkehrs in Niedersachsen zuständig ist.

Von Ingo Petersen