Sonntag , 25. Oktober 2020
Sanitäter, Notärzte und Vertreter des Landkreises Harburg sowie des Gesundheitszentrums Salzhausen freuen sich über die neuen Einsatzfahrzeuge des kreiseigenen Rettungsdienstes. Foto: nh

Neuer Rettungsdienst startet

Salzhausen/Drage. Mit dem neuen kreiseigenen Rettungsdienst schnell am Einsatzort: In Salzhausen und Drage sind jetzt vier Kranken- und Rettungswagen unter kommunaler Trägerschaft stationiert. Der Rettungsdienst des Landkreises Harburg übernimmt damit die beiden vorher vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) getragenen Standorte, anstatt eines einzelnen Fahrzeugs werden nun zwei Einsatzwagen an der Wache Salzhausen stehen. In Drage bleibt der Bestand bei einem Wagen, ein weiteres Fahrzeug wird als Ersatz gehalten.

DRK und die Johanniter Unfallhilfe (JUH) als weiterer Träger verstärken dafür andere Standorte im Landkreis. Insgesamt werden nun 20 statt 16 Wagen an sieben Standorten im Landkreis Harburg dafür sorgen, dass die Wartezeit auf den Rettungsdienst möglichst unter 15 Minuten bleibt.

Erhöhter Bedarf an Rettungsdiensten

Als Enkelgesellschaft des Landkreises Harburg ist das Gesundheitszentrum Salzhausen gGmbH mit dem neuen Rettungsdienst beauftragt worden. 27 Vollzeitkräfte, darunter Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter, arbeiten in beiden Standorten im Schichtdienst. Die Rettungskräfte seien laut Landkreis an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr erreichbar.
Die jetzige Aufstockung unter kommunaler Trägerschaft folgt den Vorgaben des „Rettungsdienstbedarfsplans“: „Gutachten kamen zum Ergebnis, dass im Landkreis ein größerer Bedarf an Rettungsdiensten vorliegt“, erklärt Harburgs Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Zwischen Oktober 2013 und November 2014 mussten Einsatzkräfte 31433 mal ausrücken, davon 2632-mal aus Salzhausen.

Im gesamten Kreis waren dies 7505 Einsätze mehr als zwischen 2010 und 2011. Die Deckung dieses Mehrbedarfs müsse aufgrund von EU-Richtlinien entweder von der Kommune selbst übernommen werden oder europaweit ausgeschrieben werden, sagt Frosdorfer. Also entschied sich die Kreisverwaltung dazu, diesen in Eigenregie zu übernehmen. Im Landkreis Lüneburg gibt es solche Pläne für einen Rettungsdienst aus eigener Hand nicht. Die Trägerschaft wird hier weiterhin von ASB und DRK übernommen.

Bevor der Kreisrettungsdienst Harburg seine Arbeit aufnahm, wurden übergangsweise die Mehrbelastungen von Rotem Kreuz und Johannitern getragen, um eine angemessen schnelle Anfahrt zum Einsatzort zu garantieren. Nun ist neben diesen auch der Kreis ein Träger des Rettungsdienstes und wird auch für jeden weiteren Mehrbedarf den Fuhrpark vergrößern.
„In einem Landkreis mit so hohem Verkehrsaufkommen wie dem unsrigen hat der Rettungsdienst eine besonders hohe Bedeutung“, sagt Harburgs Landrat Rainer Rempe. Die Fahrzeuge des kreiseigenen Rettungsdienstes sind an ihrer besonderen Farbgebung zu erkennen: leuchtendes Gelb und kräftiges Rot sowie Reflexkacheln, die im Dunkeln phosphoreszieren.

Von Robin Williamson