Freitag , 30. Oktober 2020
So soll die künftige Arena aussehen. Über die Verträge zu Finanzierung und Betrieb wird ungern öffentlich diskutiert. Grafik: nh

Arena Lüneburg: Über die Verträge wird noch verhandelt

Lüneburg. Dass die Vertragsdetails nicht öffentlich diskutiert wurden, war wenig überraschend, aber dass sogar grundsätzliche Fragen dazu unterbunden wurden, schon. Eigentlich sollte der Finanzausschuss des Lüneburger Kreistags gestern, in öffentlicher Sitzung im Kreishaus den Weg frei machen für die Verträge zu Bau, Betrieb und Finanzierung der „Arena Lüneburger Land“. Doch dazu kam es nicht.

Noch zuviele Frage seien auch aus Sicht der Verwaltung offen. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD): „Wir sind immer noch in den Vertragsverhandlungen.“ Und: „Ich glaube auch nicht, dass wir es in den nächsten 14 Tagen schaffen, grünes Licht vom Rechnungsprüfungsamt und Innenministerium dafür zu erhalten.“ Das sollten eigentlich die Voraussetzungen sein, damit noch der Kreistag in alter Besetzung am 31. Oktober die Arena-Diskussion abschließen kann.

Nahrstedt sagte, ihm seien von verschiedenen Seiten Nachfragen auch zum Thema Wirtschaftlichkeit gestellt worden, die zunächst im Arbeitskreis von Stadt und Landkreis geklärt werden sollen nichtöffentlich. Als Peter Bollmann (Grüne) doch während der Ausschusssitzung eine Frage zur Arena stellen wollte, stoppte ihn der Landrat: „Reichen Sie doch bitte ihre Fragen schriftlich ein. Wir nehmen das dann zu Protokoll.“

So muss sich jeder selbst seinen Reim auf die finanzielle Beteiligung durch den Landkreis machen. Dabei hilft die Sitzungsvorlage. Dort heißt es, dass Stadt und Landkreis die „Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft“ mit Bau und Betrieb der Arena an der Lüner Rennbahn 5 beauftragen. Das investive Gesamtvolumen für die Halle für bis zu 3500 Besucher liege bei netto 9,4 Millionen Euro. Die laufende finanzielle Gesamtbelastung des Kreises summiert sich auf 20 Jahre gerechnet auf brutto 9,2 Millionen, zuzüglich Stadtanteil. Darin enthalten ist die Abbezahlung des Zuschusses, für den der Kreis selbst einen Kredit aufnehmen soll, die Hälfte des Schuldendienstes, den der Kreis für Sallier übernehmen soll, ein laufender Betriebskostenzuschuss sowie Grundstückspacht. Im Gegenzug erwirbt der Kreis, wie die Stadt, kein Eigentum an der Halle, sondern Nutzungsrechte.

Von Dennis Thomas