Freitag , 30. Oktober 2020
Autofahrer überqueren die Elbe mit der Fähre Tanja. Landrat Nahrstedt zeigte sich jetzt offen für einen neuen Anlauf in Sachen Elbbrücke. Foto: be

Neuer Versuch für die Elbbrücke?

Lüneburg. „Der Wunschtraum einer Elbbrücke ist an den harten Realitäten zerbrochen“, konstatierte SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp noch im Juli vergangenen Jahres als der Kreistag die Brückenpläne mit rot-grüner Mehrheit beerdigt hatte. Doch es muss offenbar nicht dabei bleiben. „Die Karten werden neu gemischt“, sagt Lüneburgs SPD-Landrat Manfred Nahrstedt im LZ-Gespräch.

Die Vergangenheit hat laut Nahrstedt gezeigt, dass der Bau einer Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau für den Landkreis mindestens eine Nummer zu groß war. „Wir waren ja mittlerweile bei einer Investitionssumme von über 65 Millionen Euro.“ Nahrstedt zeigt sich aber offen, einen neuen Anlauf zu wagen, solange der Kreis nicht Herr des Verfahrens ist. Nahrstedt: „Bund und Land haben einen Hochwasserfonds aufgelegt. Wir könnten versuchen, an diese Mittel heranzukommen, um den Bau einer hochwassersicheren Elbbrücke zu ermöglichen.“

Überraschende neue Töne

Diese neuen Töne des Landrats überraschen. Dazu sagt er: „Ich habe das im Wahlkampf nicht angesprochen, das hätte man mir falsch ausgelegt.“ Er könne sich vorstellen, gemeinsam mit den Abgeordneten des Kreistags in Berlin für den Brückenbau durch Bund und Land zu werben. „Ob Neu Darchau dann noch der richtige Standort ist, müssen andere entscheiden.“ Er jedenfalls habe für sich die Lehre gezogen: „Ich würde nie mehr eine Brücke anfassen, die auf zwei unterschiedlichen Kreisgebieten endet.“ Und da der Kreis die falsche Ebene sei, so eine Brücke zu planen, „müssen wir die dortige Kreisstraße wieder zu einer Landesstraße hochstufen.“ Nahrstedt hatte bereits früher darüber sinniert, dass es möglicherweise ein Fehler gewesen sei, rund 20 Jahre zuvor die Landesstraße zur Kreisstraße herabzustufen.

Ob und in welcher Form es einen neuen Anlauf zu Planung und Bau einer Elbbrücke geben wird, ist zunächst Sache des neugewählten Kreistags. Die Mehrheit der dort vertretenen Parteien hatte im Wahlkampf weiter für eine Elbbrücke geworben. dth