Freitag , 30. Oktober 2020
Henning J. Claassen soll zum Ehrenbürger der Hansestadt ernannt werden. Foto: t&w

Der Herr des Wasserviertels

Von Antje Schäfer

Lüneburg. Das historische Wasserviertel rund um den alten Kran gilt als eine der Perlen Lüneburgs. Dass dort denkmalgeschützte Bausubstanz vortrefflich für die Zukunft bewahrt wurde, ist maßgeblich dem Lüneburger Unternehmer und Hotelier Henning J. Claassen zu verdanken. Für sein Engagement zeichnete ihn bereits 2004 der Bürgerverein als „Bürger des Jahres“ aus. Nun soll Claassen eine höchste Ehrung zuteil werden: Die Verwaltung schlägt vor, ihn zum Ehrenbürger der Hansestadt zu ernennen. Die Entscheidung obliegt dem Rat, der bald tagt. Die Verleihung erfordert das Einverständnis des zu Ehrenden. Der hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge inzwischen mitgeteilt, das er die Ehrenbürgerwürde annehmen werde.

Zur Attraktivität der Stadt beigetragen

Es kommt nicht von ungefähr, dass gleich von mehreren Seiten an Mädge herangetragen wurde, Claassen mit dieser besonderen Auszeichnung zu bedenken. Durch die Ansiedlung seiner Unternehmen in Lüneburg hat er Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Das habe zur Attraktivität der Stadt als Wohn- und Arbeitsort beigetragen, heißt es aus der Verwaltung. Dazu kommt Claassens Liebe zum Wasserviertel, in das er Millionen investierte und mit seinen Hotels zur Vorzeigeadresse der Stadt machte. Immer wieder zu sehen als Postkartenansicht in der Telenovela „Rote Rosen“, das zieht viele Touristen an.

Auch im sozialen Bereich ist sein Engagement groß. Er ist langjähriger Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung St. Nicolai, Förderer und Sponsor junger Unternehmensgründer, Förderer der Leuphana Universität, Gründer und Sponsor der 1997 gegründeten Initiative „Schützt die Opfer e. V.“ zum Schutz von Frauen und Kindern gegen Gewalt und Sponsor eines Waisenheimes von Tsunami-Opfern in Indien. Sein Motto dabei: Tu Gutes, aber rede nicht groß darüber.

Leidenschaft als Hotelier

Henning J. Claassen, 1944 in Lüneburg geboren, stammt aus einer Bäcker-Familie. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann ging er im Alter von 19 Jahren nach Amerika, wo er sich sein Wirtschafts- und Psychologiestudium in Los Angeles mit Schreibmaschinenreparaturen finanzierte. Nach der Rückkehr nach Deutschland war er Product Manager und Geschäftsführer, 1971 gründete er sein erstes Unternehmen, die Meltex Gruppe mit mehreren Unternehmen. Nach dem Verkauf der Gruppe im Jahr 1989 ging noch im gleichen Jahr die Claassen Holding Gruppe an den Start, zu der unter anderem die börsennotierte ­Impreglon AG gehörte, die er 2014 verkaufte.

Seine Leidenschaft als Hotelier hat Lüneburg das Hotel Bergström, die Abts- und Lüner Mühle sowie das Hotel Altes Kaufhaus beschert. Nun ist er dabei, einen weiteren idyllischen Ort zu sanieren: Das Forsthaus Rote Schleuse wird in seiner Tradition als Ausflugslokal bewahrt.