Dienstag , 27. Oktober 2020
Sein Bundestagsmandat zu verteidigen, dürfte schwieriger werden. Eckhard Pols hat inzwischen drei Konkurrenten. Foto: t&w

Konkurrenz für Eckhard Pols

Von Klaus Reschke

Lüneburg. „Gesunder Wettbewerb ist immer gut!“, findet Eckhard Pols und macht gute Miene zum bösen Spiel: Der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete zeigt sich auf LZ-Anfrage betont entspannt, doch er weiß: Es wird für ihn dieses Mal wohl ungleich schwerer werden, sein Bundestagsmandat zu verteidigen.
Dabei hatte Pols bei der letzten Wahl nicht nur das Direktmandat geholt, sondern im Vergleich zu 2009 sogar noch ordentlich Stimmen und Prozente dazugewonnen.

Drei weitere Namen im Gespräch

Doch der Christdemokrat hat auch empfindliche Niederlagen einstecken müssen: gegen Ullrich Mädge (SPD) bei der Oberbürgermeisterwahl, und auch bei der jüngsten Kommunalwahl. Im nächsten Stadtrat ist Pols nicht mehr vertreten, in den Kreistag schaffte er es nur über die Liste. Umso mehr muss Pols nun kämpfen, um als Kandidat der CDU in den Bundstagswahlkampf 2017 ziehen zu dürfen. Neben Pols, der schon vor Monaten auf dem CDU-Kreisparteitag erklärt hatte, erneut antreten zu wollen, sind inzwischen drei weitere Namen im Gespräch.

Einer ist Dr. Christopher Scharnhop aus Vastorf: Der Jurist war Anfang des Jahres freiwillig von seinem Amt als Bürgermeister in Vastorf zurückgetreten. Zugleich verzichtete der Christdemokrat auf seine Mandate im Gemeinde- und im Samtgemeinderat (LZ berichtete). „Nicht aus politischen, sondern aus persönlichen Gründen“, erklärte Dr. Scharnhop damals. Beruf, Familie und politisches Ehrenamt seien immer schwerer unter einen Hut zu bringen gewesen. Deshalb habe er sich damals zu dem Schritt entschlossen, der Kommunalpolitik Adieu zu sagen.

CDU im Kreis befindet sich im Umbruch

Doch dass Politiker niemals nie sagen sollten, das ist eine Erfahrung, die jetzt auch der 43-Jährige macht: Die CDU im Kreis befindet sich im Umbruch. „Jetzt sollen auch die Jüngeren nach und nach Verantwortung übernehmen“, sagt Kreisvorsitzender Günter Dubber. Wer dieses Ziel im Kreisverband vorgibt, kommt an Dr. Scharnhop nicht vorbei. Der zeigt sich nichtsdestotrotz mächtig beeindruckt davon, dass sein Name ins Spiel gebracht wurde. „So eine Chance bekommt man wohl nur einmal im Leben!“

Die zweite Pols-Herausforderin heißt Katrin Pfeffer, ist Pädagogin, wohnt in Hohnstorf/Elbe und ist erst vergleichsweise kurz in der CDU aktiv. „Das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen“, hat sich die 48-Jährige zum Ziel gesetzt, die — kleines Schmankerl am Rande — das Haus von Hohns­torfs Altbürgermeister Jens Kaidas gekauft hat. „Feind, Erzfeind, Parteifreund“ — wenn diese Steigerung auf zwei Politiker zutrifft, dann auf Kaidas und Pols.

Und dann ist da noch Niels Webersinn. Der 36-Jährige ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes — und ebenfalls alles andere als ein Freund von Pols. Mögliche Ambitionen, sich als Bundestagskandidat bewerben zu wollen, streitet der 36-jährige auf LZ-Anfrage gar nicht ab: „Ich bin von verschiedenen Seiten darauf angesprochen worden“, sagt Webersinn. Diese Option werde er jetzt mit dem Stadtverbandsvorstand diskutieren.

Bislang keine Bewerber 29 aus dem Nachbarkreis

„Dass der Name Webersinn im Gespräch ist, habe ich auch gehört“, sagt Eckhard Pols, der diese Option — strategisch gesehen — für die Stadt-CDU als wenig glücklich empfindet. „Bei der nächsten Kommunalwahl in fünf Jahren wird auch ein neuer Oberbürgermeister gewählt.“ Was Pols sagen will, ist: Statt auf ein Bundestagsmandat zu schielen, sollte sich Webersinn lieber in der Kommunalpolitik einen Namen machen, „um in fünf Jahren dann das Rathaus zu erobern“.

Aber vielleicht kommt alles ganz anders: Denn der Bundestagswahlkreis umfasst nicht nur die Stadt und den Landkreis Lüneburg, sondern auch den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Uwe Dohrendorf, Vorsitzender des dortigen CDU-Kreisverbandes, will sich an Spekulationen über mögliche Kandidaten nicht beteiligen. „Wir haben unsere Ortsverbände gerade erst angeschrieben!“ Noch gebe es keine Kandidaten aus dem Nachbarkeis, aber das werde sich noch mit Sicherheit ändern, ist sich Dohrendorf sicher. Ob der CDU-Bundestagskandidat dann wieder Eckhard Pols heißt oder ein anderer Christdemokrat das Rennen machen wird, entscheidet sich erst Mitte Januar. Dann nämlich findet die gemeinsame Urwahl beider Verbände statt.