Sonntag , 25. Oktober 2020
Oliver-Martin Freese von der AGL hängt Nistkästen für Fledermäuse im Kurpark auf. Er bietet Platz für bis zu 30 Zwergfledermäuse. Foto: t&w

Mit Nistkästen den Notstand bekämpfen

Von Alexander Hempelmann

Lüneburg. Einen Platz zum Wohnen zu finden, ist in Lüneburg nicht so einfach. Und das gilt nicht nur für Menschen mit überschaubarem Budget, sondern auch für Vögel. „Es gibt einfach zu wenige Bäume mit Hohlräumen, da herrscht absolute Not“, verdeutlicht Thomas Mitsch­ke, Vorsitzender des Naturschutzbundes. Deshalb hat der Nabu jetzt zusammen mit der städtischen Tochtergesellschaft AGL für ein wenig Entspannung auf dem tierischen Wohnungsmarkt gesorgt. Sie haben im Kurpark 20 Vogelnistkästen aufgehängt, außerdem sechs Fledermauskästen.

Es gab durchaus schon kleine Wohnungen für Sperlinge, Meisen und ihre gefiederten Artgenossen, doch die waren arg in die Jahre gekommen und derart marode, dass da kein Vogel mehr einziehen wollte. Dem grünen Ratsherrn Ernst Bögershausen war das bei seinen regelmäßigen Spaziergängen im Kurpark aufgefallen, so entstand die Idee, für Ersatz zu sorgen. Der Nabu startete eine Spendenaktion, Bürger und Funktionsträger übernahmen als Paten die Beschaffungskosten der neuen Heime, das AGL-Team hängte die Kästen in drei bis fünf Metern Höhe auf. „In der Regel werden die Kästen schnell bezogen“, sagt Mitschke.

Mit der Aktion wollen Nabu und AGL auch ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass der Kurpark nicht nur zur Erholung und Entspannung für die Menschen dient, sondern auch für die Tierwelt wichtig ist“. Deshalb gebe es auch immer mal wieder Grünflächen, die nicht gemäht würden. Mit einer Vernachlässigung der Pflegearbeiten habe das nichts zu tun. „Das geschieht mit Rücksicht auf Bodenbrüter und Insekten“, macht Mitschke klar. Und Mücken wiederum seien begehrtes Futter der Fledermäuse.
Für Nabu und AGL ist der Einsatz im Kurpark nicht die erste Zusammenarbeit. Schon an der Bockelmannstraße, wo Blühstreifen geschaffen wurden, am neuen Museum, wo Kästen für Mauersegler aufgehängt wurden, und am Kreidebergsee, wo eingewanderte Pflanzen entfernt wurden, haben sie kooperiert.