Dienstag , 27. Oktober 2020
So war es vor zwei Jahren: Zimmermann Hannes Schnelle zeigte den Brüdern Christian, Benjamin und Matthias Csuraji, wie er aus einem Eichenstamm eine Sitzbank macht. Foto: A/t&w

Alte Handwerkerstraße im September in Lüneburg

Lüneburg. Am ersten September-Wochenende können Lüneburger und Gäste wieder auf Zeitreise gehen: Am Sonnabend, 3. September, von 12 bis 19 Uhr und am Sonntag, 4. September, von 11 bis 18 Uhr herrscht in der Alten Handwerkerstraße in der Lüneburger Altstadt eine besondere Atmosphäre. Dort geht es dann zu wie im 16. Jahrhundert. Vor den Häusern stehen in langen Reihen wie von alters her überdachte Verschläge und Stände.

Händler bieten in Buden ihre Waren feil, Handwerker können beobachtet werden, wie sie ihre Produkte mit den Mitteln herstellen, die in der Renaissancezeit verfügbar waren. Das heißt, dass der Schmied einen Blasebalg zum Anfachen des Feuers benutzt, der Tischler mit einem Handhobel arbeitet und der Steinmetz seine Kunstwerke allein mit einfachen Geräten und seiner Körperkraft herstellt.

Damit auf dem Markt, der sich im Schatten der mächtigen Michaeliskirche und in den Straßen der Umgebung abspielt, Recht und Ordnung herrscht, ist eine Stadtwache im Einsatz. Prächtig gekleidet und mit Waffen ausgerüstet, machen die Männer jedem Besucher sofort klar, wer hier das Sagen hat. Verfehlungen werden umgehend geahndet, um den Marktfrieden nicht zu gefährden. Auch alle anderen Teilnehmer sind je nach Stand in Gewänder der Renaissance gekleidet, um ein möglichst authentisches Gesamtbild abzugeben.

Selbstgebackenes Brot nach alten Originalrezepten

Auch in der Zeit des 16. Jahrhunderts war man herzhaften oder süßen Gaumenfreuden selbstverständlich nicht abgeneigt. Und so sollten sich die Besucher auf keinen Fall die Renaissancebratwurst entgehen lassen, die man mit dieser Mischung besonders aromatischer Gewürze nur in Lüneburg kosten kann. Selbstgebackenes Brot nach alten Originalrezepten, Produkte aus Ziegenmilch und für die Durstigen nach alter Tradition gebrautes Bier und Saft munden sicher vortrefflich.

Zur langen Geschichte Lüneburgs gehört aber auch unabdingbar das Salz, das damals einen immensen Wert hatte. Wie es aus der Sole entstand, die man vor über tausend Jahren in Lüneburgs Untergrund entdeckt hatte, wird an diesen beiden Tagen anschaulich erklärt und vorgeführt. So legt die Alte Handwerkerstraße in Lüneburg ein lebendiges Zeugnis vergangener Epochen ab.

Weitere Informationen: www.alte-handwerkerstrasse.de. lz