Mittwoch , 21. Oktober 2020
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Heftiger Streit um ein Knöllchen

ca Lüneburg. Vordergründig geht es um ein Knöllchen, doch dahinter vermutlich eine Machtprobe: Als ein Aufschreiber der Stadt am Dienstag an der Bardowicker Straße wegen Falschparkens ein Ticket hinter den Scheibenwischer eines Mercedes steckte, stürmte ein Mann aus einem Friseursalon und beleidigte ihn heftig. Der bedrängte städtische Mitarbeiter rief die Polizei, doch als die Beamten eintrafen, war der Rüpel geflüchtet. Die Polizei berichtet, dass später der eigentliche „Nutzer“ des Mercedes in einem anderen Auto kam, der wusste angeblich nicht, wer mit seinem Auto unterwegs war. Auch die Mitarbeiter des Friseursalons wollten nichts über den aggressiven Mann sagen.

Polizeibericht

Für manchen Ermittler passt die Episode in ein Bild: An manchen Straßen der Stadt, so vermuten Kriminalisten, suchen einige immer wieder auffällige Familien, die neben legalen auch zweifelhafte Geschäfte betreiben sollen, ihren Einfluss geltend zu machen und quasi eigene Herrschaftsräume auszuweisen. Zum Beispiel, in dem sie Immobilien kaufen, zum Teil über Strohleute.

Polizeichef Hans-Jürgen Felgentreu hatte im Frühjahr 2015 erklärt, dass an der Bardowicker Straße und an der Neuen Sülze manche großspurige und muskelbepackte Herren ihre Autos gern in der zweiten Reihe parken würden, auch um zu zeigen, dass ihnen Regeln egal sind. Felgentreu damals: „Es geht um eine Machtprobe im öffentlichen Raum. Die werden wir für den Staat gewinnen. Wir dulden keine rechtsfreien Räume.“

Im aktuellen Fall betont die Polizei, dass das Verwarngeld bestehen bleibt, zahlen muss es der Halter des Autos. Gegen unbekannt richtet sich eine Anzeige wegen Beleidigung. Der Beschuldigte soll 25 bis 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß und schlank sein. Er habe südländisch gewirkt, hat dunkle Augen und trägt einen sogenannten Henri-Quatre-Bart, der Mund und Halspartie betont. Hinweise unter Tel.: 0 41 31/83 06 22 15.

Den ausführlichen Polizeibericht lesen Sie morgen in der LZ