Dienstag , 22. September 2020
Eine klare Haltung scheint der Rat in Sachen Vamos nicht einnehmen zu wollen. Foto: t&w

Hin und Her ums Vamos

us Lüneburg. Neu oder lieber alt? Eine klare Haltung scheint der Rat in Sachen „Vamos“ nicht einnehmen zu wollen. Bei sieben Enthaltungen hat er eine Resolution beschlossen, mit der die Zukunft des Vamos am Standort Campus gesichert werden soll — wohl wissend, dass er noch in diesem Monat einen Grundsatzbeschluss zum Bau einer neuen Sport- und Eventhalle an der Lüner Rennbahn treffen soll.

„Wir alle wünschen uns, dass die Veranstaltungshalle erhalten bleibt“, sagte Friedrich von Mansberg (SPD). Seit 23 Jahren schreibe das Vamos Erfolgsgeschichte, stelle eine wichtige Klammer zwischen Stadt und Universität dar. Oberbürgermeister Ulrich Mädge, so sieht es der von der rot-grünen Gruppe eingebrachte Antrag vor, soll darauf hinwirken, dass die Halle am jetzigen Standort langfristig gesichert oder nach einem alternativen Standort am Campus gesucht wird. Dass die Uni sich bei dem Thema bewegen muss, machte von Mansberg auch deutlich: „Sie kann es zurzeit gut gebrauchen, dass es keinen Gegensatz zwischen Stadt und Uni gibt.“

„Erhalt ja, aber nicht dort“, machte Eberhard Manzke (CDU) mit Blick auf die Nachbarschaft zum Libeskind-Bau deutlich. „Wer ein Feeling für Architektur hat, muss sagen: Das ist nicht schön!“ Manzke stellte auch klar, dass die Situation nicht plötzlich über die Verantwortlichen hereingebrochen sei. Sie seien es, die eine Lösung finden müssten.

Die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen mag Rainer Petroll (Linke): „Wer ist denn dafür verantwortlich, dass immer noch keine neue Halle da ist?“ Er erinnerte daran, dass die SPD sich damals für das Audimax und gegen das Vamos ausgesprochen hatte.

Weniger Probleme mit architektonischen Gegensätzen als Manzke hat Birte Schellmann (FDP). Allerdings hätte sie unter Anspielung auf den Abriss der früheren Nordlandhalle „auch gern einen Veranstaltungsplatz dort gehabt, wo Sie jetzt wohnen, Herr Manzke“ — und erntete breites Lachen aus allen Fraktionen.

„Ich habe kein Problem damit, wenn die Halle bleibt, doch die Entscheidung liegt bei der Universität, und die wird nicht von uns gesteuert“, erinnerte Mädge. Von pauschalen Schuldzuweisungen halte er nichts. „Lassen Sie uns das Dreivierteljahr abwarten.“

Zwar stimmten auch die Grünen als Mitantragsteller der Resolution zu, ihr Fraktionschef Ulrich Blanck ließ es sich aber nicht nehmen, einen kritischen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Blanck hielt Mädge vor, den Erhalt der Nordlandhalle aus Kostengründen abgelehnt zu haben, jetzt aber deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die neue Sport- und Eventhalle zu errichten.

Paul Reichwaldt, Vorsitzender des Vereins Campus Lüneburg, begrüßte die Resolution. Beide Hallen, alte wie neue, ergäben Sinn, „die Verknüpfung ist wichtig“.