Samstag , 19. September 2020
Der Zeitplan lässt sich wohl halten: Der Libeskind-Bau soll bis Ende 2016 fertiggestellt sein und von Januar an in Betrieb genommen werden. Foto: t&w

Libeskind-Bau kratzt an 90 Millionen

pm Lüneburg. Das Wissenschaftsministerium in Hannover geht offenbar davon aus, dass die Gesamtkosten für das neue Zentralgebäude der Lüneburger Universität die 90-Millionen-Euro-Marke deutlich überschreiten werden. Der neue Statusbericht, der am heutigen Mittwoch dem Haushaltsausschuss des Landtages in vertraulicher Sitzung präsentiert werden soll, beziffert die Risikosumme zwar unverändert mit 92,6 Millionen Euro. Aber erstmals vermerkt das Ministerium nach Informationen der LZ in dem Papier ausdrücklich, dass man durchaus auch mit einer Realisierung dieser Risiken rechnen müsse.

In dem Statusbericht nähern sich nämlich drei Zahlensäulen deutlich an: Der Ist-Posten, der die bereits fest entstandenen Kosten umfasst, ist erneut gestiegen, nämlich gegenüber November um 3,1 Millionen Euro auf 83,2 Millionen Euro. Die Prognosezahl, die erwartete und strittige Kosten enthält, liegt inzwischen bei 89,1 Millionen Euro. Im November waren es noch 87,8 Millionen Euro. Und eben die Risikosumme. Die Summen des neuen Statusberichtes stammen aus dem April, könnten sich also womöglich inzwischen weiter erhöht haben. Weder Ministerium noch Universität wollten diese Zahlen offiziell bestätigen.

Man erarbeite derzeit einen aktuellen Nachtrag, sagt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff. Dieser werde in Kürze dem Wissenschaftsministerium überreicht, der Haushaltsausschuss werde dann nach der Sommerpause darüber befinden. Weil die vor zwei Jahren von den Landtagsabgeordneten genehmigte Summe von 72,85 Millionen Euro über 15 Prozent überschritten wird, ist laut Landeshaushaltsordnung ein neuer Beschluss des Landtages erforderlich.

Alle Beteiligten einschließlich Ministerium gehen indes davon aus, dass sich der Zeitplan für den Libeskind-Bau halten lässt. Danach soll das Zentralgebäude bis zum Jahresende fertiggestellt werden und bis Ende Januar die Inbetriebnahme erfolgen — so wie es die Europäische Union als Voraussetzung für ihren 14-Millionen-Euro-Zuschuss verlangt.