Samstag , 19. September 2020
Hier sollen Lüneburger künftig klatschen und anfeuern: Die Sport- und Eventhalle soll auf dem Areal des alten Schlachthofs (eingefärbte Fläche rechts im Bild, nördlich der Ostumgehung) in der Vrestorfer Heide entstehen - direkt gegenüber von MediaMarkt. Foto: A/boldt

Eventhalle in Lüneburg: Standort steht fest

ap Lüneburg. Der Standort für die neue Sport- und Eventhalle in Lüneburg steht nun fest: Sie wird auf dem alten Schlachthof-Gelände an der Lüner Rennbahn gebaut, das zum Areal des Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack gehört. Der schließt bekanntlich Ende Juni seine Produktion in Lüneburg.

Nach LZ-Informationen wurden die Verträge für den Hallenbau nun vorläufig verhandelt, Käufer des Schlachthof-Areals ist der Lüneburger Immobilienmakler Jürgen Sallier. „Ich habe das Grundstück vergangene Woche erworben, seit geraumer Zeit favorisieren Stadt und Landkreis schon diesen Standort für die Halle“, sagt Sallier auf LZ-Nachfrage. „Erstgespräche und Vorplanungen sind gelaufen, jetzt müssen diese sondiert und abgestimmt werden.“

Die Fläche gegenüber dem MediaMarkt und der Fleischerei Rothe umfasst rund 32000 Quadratmeter, etwa die Hälfte, also 16000 Quadratmeter, werde die Halle einnehmen. Auch für die andere Hälfte bestünden Pläne, diese will Sallier aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Ausreichend Parkplätze habe man auf der Fläche aber schon mit eingeplant, versichert er. Derzeit sei man dabei, die Abbruchkosten für den Schlachthof zu eruieren. „Ich denke, dass wir Ende Juni damit beginnen können, das Grundstück baureif zu machen.“

Damit ist ein wichtiger erster Schritt für den Lüneburger Sport getan, denn die Zeit drängt für die Volleyballer der SVG, aktuell Aushängeschild der Region. Die aktuelle Heimstätte, die Gellersenhalle in Reppenstedt, erfüllt die Anforderungen für die Bundesliga nicht, ist vor allem zu niedrig, die Ausnahmegenehmigung für den Ligenbetrieb dort ist befristet.

Bevor jedoch der Startschuss für den Neubau in Lüneburg fallen kann, müssen verschiedene politische Gremien grünes Licht geben. Am Donnerstag, 12. Mai, tagt der gemeinsame Sportausschuss aus Stadt und Landkreis in öffentlicher Sitzung. Der Neubau der wettkampfgerechten Sporthalle steht dort zur Abstimmung auf der Tagesordnung. Anschließend müssen aber auch noch der Stadtrat, die Kommunalaufsicht und das Innenministerium in die Pläne einwilligen.

Vor der Sitzung des Sportausschusses möchte sich SVG-Manager Andreas Bahlburg nicht weiter zum Thema Hallenneubau äußern. Doch aufgrund des nun sicheren Investitionspartners dürfte er erleichtert sein über die Entwicklung.

Jürgen Sallier, der die Halle an der Lüner Rennbahn errichtet, soll diese anschließend an eine Betreibergesellschaft vermieten. Stadt und Landkreis sowie andere Partner tragen die Investitionskosten für die fertige Halle. In Sachen Betreibergesellschaft fällt immer wieder der Name von Campus-Chef Klaus Hoppe, der gegenüber der LZ auch schon großes Interesse bekundet hat. Eine Zusammenarbeit mit Hoppe könnte sich auch Andreas Bahlburg gut vorstellen, schließlich ist dieser neben seinen Tätigkeiten als Betreiber von Studentenwohnheimen, der Vamos Kulturhalle und der Ritterakademie auch noch großer SVG-Fan und Sponsor.

Für die neue Halle sind folgende Eckdaten geplant: Platz für 3300 Zuschauer, 2800 Sitzplätze, eine Höhe von 12,50 Metern und ein VIP-Bereich. Neben den Volleyballern sollen auch andere Sportler die Möglichkeit haben, die Halle zu nutzen. Bahlburg äußerte vor einem Monat gegenüber der LZ, dass der Trainingsbetrieb für Schulen, Vereine und die SVG von montags bis donnerstags stattfinden solle, von freitags bis sonntags könne zusätzlich zu den Pflichtspielen der Volleyballer der Kulturbetrieb stattfinden. Möglich werden solle die Mehrfachnutzung durch die Aufteilung in eine Drei-Feld-Halle, außerdem könnten durch Trennwände auch Kulturveranstaltungen im kleineren Rahmen ausgerichtet werden. Damals ließ auch Landrat Manfred Nahrstedt durchblicken, dass die Sparkasse Lüneburg Namensgeber der Halle sein könnte gegen eine entsprechende Beteiligung an den Kosten.