Donnerstag , 24. September 2020
In 15 Jahren soll Lüneburg ein Vorbild in Nachhaltigkeit sein: Prof. Ulli Vilsmaier von der Leuphana Universität Lüneburg überreicht zusammen mit Studenten Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Stadtplan der Visionen. Foto: rw

Zukunftsstadt 2030+: erste Wettbewerbsphase abgeschlossen

rw Lüneburg. Wir schreiben das Jahr 2030. In Lüneburg freuen sich die Bürger über kostenlos nutzbare Busse, ein breit aufgestelltes Auto- und Fahrradleihsystem und wohnen in gut beheizten Häusern, die hauptsächlich mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Dies sind einige von vielen Zukunftsvisionen, die Studenten der Leuphana Universität Lüneburg mit Paten aus der Lüneburger Gesellschaft in den letzten Monaten für den Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“ entworfen haben.

Der Wettbewerb hat mehrere Phasen (siehe Infobox), die erste ist jetzt abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einem „Atlas der Visionen“ der Stadtverwaltung übergeben. Symbolisch erhielt Oberbürgermeister Ulrich Mädge von den Studenten und Lehrenden des Projekts eine Art Stadtplan, der einige der Visionen illustriert. Mädge lobte die Beteiligten für ihre Zusammenarbeit. Die Studenten hätten mit ihren Seminarleitern und den Paten aus dem Rathaus und der übrigen Stadtgesellschaft mit viel Hingabe Visionen erarbeitet, die jetzt schon Lüneburg vielfältiger machten und das Blickfeld aller erweiterten. Ihm gehe es darum, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit zu leben: „Wir machen das aus Überzeugung.“ Besonders die Visionen zum öffentlichen Personennahverkehr hätten es ihm angetan.

Auch wenn es noch nicht klar ist, ob Lüneburg sich für die nächste Runde qualifiziert, geht die Arbeit am Projekt voran: Die Seminarleiter Prof. Dr. Ulli Vilsmaier, Prof. Dr. Daniel Lang und Koordinator Philip Luthardt überlegen derzeit zusammen mit den Studenten des Masterstudiengangs Nachhaltigkeitswissenschaft, welche der Visionen weiterentwickelt und welche Themenbereiche zusammengelegt werden können, um später vielleicht einige tatsächlich umzusetzen. Lang freut sich über die große Resonanz, die das Projekt außerhalb des universitären Zusammenhangs hervorrief: Vor allem mit dem Einzelhandel und Kulturbetrieben wurden Zukunftsideen entworfen. Dies ist das Ziel des Projekts: gemeinsam mit Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine Vision für das Jahr 2030 und darüber hinaus für die Kommune zu schaffen. Das motiviert auch Koordinator Luthardt: „Menschen kommen in Bewegung und denken über die Zukunft nach.“

Selbst wenn es für die nächste Runde nicht reicht, könnten die Kooperationen zwischen Stadt, Uni und Bürgern ausreichen, damit die Ideen nicht nur Zukunftsmusik bleiben.

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, zeichnet Visionen und Konzepte für die Stadt der Zukunft aus und fördert sie mit staatlichen Mitteln. Kernpunkt ist es, Ideen für ein besseres, nachhaltigeres Leben gemeinsam mit den Bürgern zu sammeln, zu diskutieren und im Anschluss auch auszuprobieren.

Insgesamt 51 Städte und Gemeinden wurden für den Wettbewerb zugelassen, der in drei Phasen aufgeteilt ist: In der ersten Phase sollen Handlungsempfehlungen und Umsetzungsvorschläge für die Zukunft der jeweiligen Kommune erarbeitet werden. Mit den Ergebnissen können sich die Teilnehmer für die weiteren Phasen des Wettbewerbs qualifizieren – bis zu 20 ausgewählte Kommunen gehen hier in die konkrete Planung der Visionen. Acht von ihnen erhalten dann 2018 die Chance, in der letzten Phase die entwickelte Vision in die Realität umzusetzen.