Samstag , 19. September 2020
Jungtiere schwärmen aktuell aus und verlassen die Territorien ihrer Eltern. Ein Wolf ist jetzt auf der A39 bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Archivfoto vom Wolfsrudel Munster: NLWKN/Knorr

Munsteraner Wolf „Kurti“ erschossen

kg Munster/Hannover. Der besenderte Wolf aus dem Rudel Munster mit dem Spitznamen „Kurti“ ist tot. Auf Anordnung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz wurde das Tier mit der Senderkennung MT6 am Mittwochabend im Landkreis Heidekreis entnommen und erschossen. Die Mitarbeiter des Wolfsbüros des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurden bei der Maßnahme durch die Polizei und weitere Beauftragte unterstützt.

Die Behörden beobachten das auffällige Verhalten von Kurti bereits seit Sommer 2015. „Das Umweltministerium hat unter anderem mit dem intensivierten Monitoring, mit der Besenderung und der Vergrämungsaktion durch den schwedischen Experten eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt“, beschreibt Umweltminister Stefan Wenzel das Vorgehen. Am Montag fiel in Hannover schließlich der Beschluss, den Wolf einzufangen, da er am Wochenende im Kreis Celle den Hund von Spaziergängern angefallen haben soll. Das Tier sollte anschließend zunächst  im „Wisent-Gehege“ in Springe untergebracht werden. Es sei dann jedoch in Übereinstimmung mit Fachleuten und auch in Abstimmung mit dem neuen Wolfsberatungszentrum auf Bundesebene beschlossen worden, dass eine Entnahme des Tieres erfolgen muss, so Wenzel.

Der Minister erklärte das Vorgehen der Behörden mit den Worten: „Bei allen Maßnahmen des niedersächsischen Wolfsmanagements gilt der Grundsatz, dass die Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt steht.“ Über den Ausgang der Maßnahme könne sich jedoch niemand freuen. Auch Naturschützer haben ihr Bedauern über den Tod von Kurti geäußert – aber auch Verständnis für die Entscheidung. Das Tier habe durch sein auffälliges Verhalten ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko für Menschen dargestellt, teilten die Naturschutzverbände IFAW, NABU und WWF am Donnerstag mit.

 

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