Samstag , 19. September 2020
Die alte Villa Kunterbunt, sie hieß so wegen Kreidezeichnungen am Haus, ist verschwunden, sie stand nicht unter Denkmalschutz. Gegenüber dem ehemaligen Nordlandhallen-Areal entsteht ein Komplex mit 13 Eigentumswohnungen. Foto: boldt

Villa Kunterbunt weicht Eigentumswohnungen

ca Lüneburg. Die alte Villa Kunterbunt an der Friedenstraße in Lüneburg ist gefallen, nun soll direkt neben der Kirche an der Ilmenau ein Neubaukomplex entstehen. Das Immobilienbüro, das die Anlage errichten lässt, nennt das Projekt „Stadthöfe“. Im Internet ist nachzulesen, dass 13 Eigentumswohnungen entstehen, die größte mit rund 190 Quadratmetern Wohnfläche. Es ist das zweite Vorhaben für edles Wohnen im Karree, das nahe der Ilmenau umgesetzt wird. Gegenüber ist die Nordland­halle in ein Haus mit großzügigen Wohnungen umgewandelt worden.

Stadtchronist Hans-Joachim Boldt hat den Abriss der ehemaligen „Ewerrien-Villa“ mit der Kamera dokumentiert. Er berichtet, dass der „Kunst- und Handelsgärtner“ Otto Ewerrien das Backstein-Gebäude 1894 an der Friedenstraße 10 errichten ließ: „Bis in die 1930er-Jahre betrieb er neben dem Gartenbau eine Samen-und Pflanzenhandlung. Zu seinen Spezialitäten gehörte auch die Anfertigung von Trauerkränzen, Palmen- und Blumenarrangements, Dekorationen, blühenden Topfpflanzen und Araucarien, also Zimmertannen.“

Bekanntlich hatten Anwohner zunächst beklagt, dass durch den Komplex ein Teil des alten Gartens verschwinde. Am Ende war der Bauausschuss des Rates überzeugt, dass eine Streuobstwiese und auch eine Rotbuche erhalten bleiben.