Montag , 28. September 2020
Ein Luftbild der Vrestorfer Heide: In diesem Gewerbegebiet liegt einer der Wunsch-Standorte für die Sport- und Eventhalle, die vor allem die Volleyballer der SVG Lüneburg so dringend benötigen. Foto: boldt

Mit Hochdruck zur neuen Sport- und Eventhalle in Lüneburg

ap Lüneburg. Die geplante Stadt- und Sporthalle steht ganz oben auf der Agenda in Lüneburg, und die Zeit drückt. Denn im Oktober 2017 muss sie stehen. Sonst könnten die Volleyballer der SVG aus der Bundesliga fliegen, die Gellersenhalle in Reppenstedt reicht im dritten Jahr Bundesliga nicht mehr aus. Die Verträge für die Halle sollten eigentlich Ende März unterschrieben werden. Daraus wurde nichts, der Kauf der Wunschfläche ist schwieriger als gedacht.

Landrat Manfred Nahrstedt ist trotzdem zuversichtlich: „Wir befinden uns auf der planerischen Zielgeraden.“ Am 12. Mai soll die Planung im gemeinsamen Sportausschuss von Stadtrat und Kreistag vorgestellt und abgestimmt werden. Nahrstedt spricht bei der Investition von einer Summe, die unterhalb von zehn Millionen Euro liegt. Bei der Frage nach dem Standort weicht der Landrat zurzeit noch aus. Nur soviel: Zwei Flächen habe man „ins Auge“ gefasst.

Auch wenn die Planungen schon seit eineinhalb Jahren andauern, bleibt SVG-Manager Andreas Bahlburg optimistisch: „Wir vertrauen der Politik, dass man sich um unser Problem kümmert. Schließlich hat man uns ein Versprechen gegeben.“ Die Pläne überzeugen ihn: „Montags bis donnerstags soll Trainingsbetrieb für Schulen, Vereine und die SVG stattfinden, freitags bis sonntags der Kulturbetrieb“, erklärt er. Zudem sei Platz für 3300 Zuschauer, 2800 Sitzplätze, eine Höhe von 12,50 Meter und ein VIP-Bereich seien vorgesehen. „Außerdem ist eine Drei-Feld-Halle geplant, dann können drei Gruppen parallel trainieren“, sagt der SVG-Manager. Durch Trennwände könnten auch kulturelle Veranstaltungen im kleineren Rahmen ausgerichtet werden.

Als Betreiber der Halle wird immer wieder die Campus GmbH genannt. Chef Klaus Hoppe ist ein bekennender SVG-Fan und Sponsor. Nahrstedt sagt: „Wir müssen sehen, ob er finanziell in der Lage ist, die Halle zu betreiben, aber wir haben schon in vielen Angelegenheiten gut und eng mit Klaus Hoppe zusammengearbeitet.“ Denn zwischen 18 und 20 Veranstaltungen müsse man mindestens anderweitig vergeben, um die Halle finanziell überhaupt tragen zu können, erklärt der Landrat.

Hoppe, der mit der Campus Management GmbH nicht nur Wohnheime für Studenten, sondern auch die Vamos Kulturhalle und die Ritterakademie betreibt, bekundete gegenüber der LZ schon vor mehreren Wochen großes Interesse: „Ich wünsche mir von Herzen, dass die Halle gebaut wird und wir Betreiber werden.“

Auch SVG-Chef Andreas Bahlburg setzt auf Campus. „Es würde uns freuen, wenn Klaus Hoppe eine Betreibergesellschaft anmeldet.“ Bahlburg, dessen Volleyballer in den Play-Offs als eines der Top-Teams der Bundesliga dastehen, ist mächtig unter Druck. Um auf internationaler Ebene mitspielen und die Play-Offs bestreiten zu können, muss die SVG die Gellersenhalle in Reppenstedt verlassen. Die Decke ist zu niedrig, die Zuschauerkapazität zu gering, das Licht zu schwach.

Für die sogenannte Einstiegsstufe in der 1. Bundesliga habe die Gellersenhalle ausgereicht, für das dritte Jahr benötigen die Volleyballer eine Sondergenehmigung und dann schnellstmöglich eine größere Halle. „Ich habe am 31. März eine Ausnahmeregelung beantragt“, erklärt Andreas Bahlburg. Darüber entscheidet die Deutsche Volleyballliga am 22. April, eine mündliche Zusage habe er bereits. Ausschlaggebend hierfür sind die Baupläne der neuen Sporthalle, die in Lüneburg entstehen soll. Die Play-Offs 2017 muss das Team dennoch in Hamburg bestreiten.

Nach LZ-Informationen zeigt auch die Sparkasse Lüneburg Interesse, sich an der Halle zu beteiligen, und die Summe könnte wohl reichen, damit es eine „Sparkassen-Arena“ wird. „Wir befinden uns mit der Sparkasse im Gespräch, dass sie sich bitte beteiligen möge, denn eine Haspa-Halle würde hier keinen Sinn machen“, sagt der Landrat, der weiß, dass  Stadt und Kreis die Investition nicht alleine schultern können. „Letzte Woche habe ich zum ersten Mal konkrete Zahlen gehört, es bleibt im einstelligen Millionenbereich“, versichert er. Zuletzt war stets von acht Millionen die Rede.

Am 12. Mai muss der Sport­ausschuss zustimmen,  damit die Bauarbeiten rechtzeitig beginnen können. Neben der Politik auf lokaler Ebene muss auch noch das Innenministerium grünes Licht geben.

Modell „Vechta“

Die Sport- und Eventhalle, die in Lüneburg entstehen soll, wird nach dem Modell des „Rasta-Dome“ in Vechta entworfen, derselbe Architekt wurde mit dieser Aufgabe beauftragt. Die Stahlkonstruktion in Vechta bietet 3140 Zuschauern Platz und wurde nach einem Jahr Bauzeit im Oktober 2012 eingeweiht. In Lüneburg ist ebenfalls ein Industriebau mit einer Stahlkonstruktion geplant.

Der Rasta Dome ist Hauptspielstätte einer Basketball-Bundesligamannschaft, wird aber auch für andere Veranstaltungen genutzt. Um zwischen sportlichen und anderen Events variieren zu können, ist die Halle in Vechta mit einem mobilen Schutzbelag ausgestattet, die Gesamthöhe beträgt 10 Meter. Es gibt ein großes Foyer, Tribünen, eine 200 Quadratmeter große Lounge und einen VIP-Bereich.