Mittwoch , 28. Oktober 2020
Unter anderem am Marienplatz soll das Parken teurer werden. Die Verwaltung plädiert für einen Aufschlag von 20 Cent pro Stunde. Außerdem soll die Höchstparkdauer von zwei auf eine Stunde herabgesetzt werden. Foto: be

Parken in der Innenstadt soll teurer werden

as Lüneburg. Autofahrer, die schnell mal etwas in der Innenstadt erledigen möchten, steuern gerne die Parkplätze in den Straßen Hinter der Bardowicker Mauer und Reitende-Diener-Straße oder auf dem Marienplatz an. Künftig werden sie sich beim Einkaufen etwas mehr beeilen müssen. Denn die Höchstparkdauer in diesen Bereichen soll von zwei auf eine Stunde reduziert, gleichzeitig die Parkgebühr von 1,40 Euro auf 1,60 Euro für diese Stunde erhöht werden. Generell nicht mehr zur Kasse gebeten werden sollen dort die Nutzer von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Das Thema beschäftigt den Verkehrsausschuss, der am Montag, 11. April, von 16 Uhr an im Großen Sitzungssaal der Feuerwehr-Mitte an der Lise-Meitner-Straße tagt.

Der Bund hat bereits im vergangenen Jahr mit dem Elek­tromobilitätsgesetz den rechtlichen Rahmen geschaffen, um elektrisch betriebene Fahrzeuge und damit eine nachhaltige Mobilität zu fördern. Geregelt ist unter anderem im Paragraphen 3, dass Ermäßigungen oder Befreiungen von Gebühren für das Parken auf öffentlichen Wegen für elektrisch betriebene Fahrzeuge möglich sind. Die Stadt Lüneburg möchte nun diese gesetzliche Grundlage in die Praxis umsetzen, weil sie auf eine „umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität setzt“, wie es in der Vorlage zum Ausschuss heißt. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, elektrisch betriebene Fahrzeuge fortan von der Parkgebühr in den Straßen Hinter der Bardowicker Mauer, Reitende-Diener-Straße und auf dem Parkplatz Marienplatz zu befreien.

Die Zahl derer, die davon profitieren könnten, ist derzeit jedoch noch überschaubar. Der Landkreis Lüneburg teilte im Februar mit, dass es in Stadt und Landkreis 75 reine Batterieelektrofahrzeuge gibt. Außerdem sind 234 sogenannte „von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge“ in Betrieb, bei denen jedoch geprüft werden muss, ob sie ein E-Kennzeichen erhalten. Das erhalten nur die Fahrzeuge, deren CO2-Ausstoß 50 Gramm pro Kilometer nicht überschreitet und deren Reichweite mindestens 40 Kilometer beträgt. Grundsätzlich gilt: Der Kreis gibt E-Kennzeichen auf Antrag bei der Zulassung aus, das Autoschild hat dann hinter der Zahl ein „E“. Bisher wurden E-Kennzeichen für gerade mal 19 Fahrzeuge ausgegeben.

20 Cent mehr pro angefangenee Stunde, nämlich 1,60 Euro, sollen künftig alle anderen Autofahrer berappen. Die Verwaltung argumentiert, dass „der Parkdruck in diesen Straßen erheblich“ ist und der begrenzte Parkraum möglichst vielen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden solle. Das gelinge neben der Reduzierung der Höchstparkdauer auch über das Anheben der Gebühr pro Stunde. Mit Blick auf das City-Parkhaus Neue Sülze, wo die erste Stunde 2 Euro und jede weitere 1,80 Euro kostet, und dem Parkhaus am Rathaus (1,30 Euro pro angefangene Stunde) schlägt die Verwaltung den „Zwischenwert“ von 1,60 Euro vor.