Montag , 28. September 2020
Jede Menge Bäume sind in den vergangenen Tagen gefällt worden. Den Grund konnte die Stadt nicht in Erfahrung bringen, rechtlich sei das Vorgehen aber nicht zu beanstanden. Foto: be

Häcklinger Kreisel: Abholzung im Schutzgebiet

ap Lüneburg. Im Wald zwischen dem Häcklinger Kreisel und der Roten Schleuse wurden großflächig Bäume gefällt. Hunderte Stämme reihen sich gestapelt aneinander. Mehrere Lüneburger wunderten sich, fragten bei der LZ nach, ob das Vorgehen erlaubt ist.

„Wir können versichern, dass dort keine städtischen Bäume ohne städtisches Wissen gefällt wurden“, sagt Stadtpressesprecher Daniel Gritz. Weder das Forstamt noch der zuständige Bereich der Stadt, Grünplanung, Friedhöfe und Forsten, in deren Auftrag die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) Bäume fällt, seien dort aktiv gewesen.

Die Fläche sei als Landschaftsschutzgebiet aufgeführt und im Privateigentum eines Bauern. Forstamtsleiter Michael Stall war gestern vor Ort, konnte die Beweggründe der Fällungen zwar nicht in Erfahrung bringen, versicherte aber, dass alle forstrechtlichen Richtlinien eingehalten worden seien. Über die Größe der Fläche, die gerodet wurde, könne er keine Einschätzung abgeben. Dennoch sagt Gritz: „Hier ist alles mit rechten Dingen zugegangen.“

2011 wurde die Fläche durch Verordnung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Entsprechend taucht sie in der Liste der Landschaftsschutzgebiete in Niedersachsen auf, unmittelbar umgeben von vier weiteren Schutzgebieten.

Die Fläche, auf der nun vor wenigen Tagen so viele Bäume gefällt wurden, gehört laut Statistiken des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz, kurz NLWKN, zu einer von 1272 solcher Schutzgebiete landesweit. Diese Gebiete nehmen rund 19 Prozent der gesamten Landesfläche ein.

Achim Stolz, Pressesprecher des NLWKN, verweist auf die Verordnung des Landkreises zum Landschaftsschutzgebiet. In den Schutzbestimmungen sei festgehalten, dass bestimmte Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern, zwar verboten seien: Darunter fällt beispielsweise, den „Wald erheblich zu beeinträchtigen, in eine andere Nutzungsart umzuwandeln oder zu beseitigen“. Forstliche Maßnahmen im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft seien aber von diesen Verboten unberührt.