Mittwoch , 30. September 2020
Einen mehr als vier Stunden andauernden Zwangsstopp vor den Toren Harburgs mussten Passagiere des metronom am Mittwochabend in Kauf nehmen: Die Oberleitung war durch einen Kurzschluss beschädigt worden. Foto: t&w

Metronom: Fahrgäste sitzen stundenlang auf Gleis fest

lz Hamburg/Lüneburg. Auf eine harte Geduldsprobe wurden am Mittwochabend rund 300 Fahrgäste des Metronom in Richtung Uelzen gestellt: Ein Kurzschluss in der Oberleitung brachte den Pendlerzug für mehr als vier Stunden zum stehen.

Nachdem der Metronom bereits mit zehnminütiger Verspätung gegen 20:07 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof gestartet war, ging nach wenigen Augenblicken nichts mehr — Notstopp zwischen Hamburg-Wilhelmsburg und Harburg. Dazu Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher der Deutschen Bahn: „Die Oberleitung war durch einen Kurzschluss beschädigt worden und schaltete sich automatisch ab, der Zug kam damit zu erliegen.“

Notfallmanager beider Unternehmen wurden hinzugezogen, doch die Weiterfahrt verzögerte sich auch nach der Reparatur beachtlich. „Wir mussten zunächst eine Reserve-Lok organisieren, um den stehenden Zug zurück nach Hamburg abschleppen zu können“ erklärt Metronom-Pressesprecher Harald Lukaschewsky auf LZ-Anfrage. „Unsere Fahrgastbetreuer haben in der Zwischenzeit gute Arbeit gemacht, per Durchsage wurden die wartenden Passagiere über alle Schritte informiert und alle vorhandenen Getränke gereicht.“

Beschwerden wurden dennoch laut, Fragen, warum man den Zug nicht evakuiere und einen Schienenersatzverkehr ermögliche. Lukaschewsky sagt: „Undenkbar, an dieser Stelle befinden sich acht Durchgangsgleise, eine Evakuierung hätte nicht gefahrlos durchgeführt werden können.“

Erst gegen 0:40 Uhr kam der Zug wieder ins Rollen. Auf Pendler und andere Fahrgäste hatte der letzte Metronom, der Hamburg laut Fahrplan um 0.34 Uhr verlässt, gewartet.