Mittwoch , 28. Oktober 2020
Der Neubau der Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg gehört zu den umstrittensten Infrastrukturprojekten der Region. Ein Gutachten zum Neubau der Autobahn 39 ist vorgestellt worden. Foto: t&w

Gutachten zum A39-Neubau zieht positive Bilanz

lz Lüneburg. Der Neubau der A39 würde die ganze Region wirtschaftlich nach vorne bringen. Das will ein neues Gutachten beweisen, das pünktlich zum Parlamentarischen Abend für die Projekte A39 und A14 der Industrie- und Handelskammern in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin veröffentlicht wurde. Die Autobahn-Gegner bezweifeln das natürlich. Die Fronten pro und contra A39 werden durch das neue Gutachten nicht aufgeweicht.

Die Autobahn 39 gehört zu den umstrittensten Verkehrsprojekten der Region. Jetzt sehen sich die Befürworter eines neuen Abschnitts zwischen Wolfsburg und Lüneburg bestätigt: Ein Gutachten, Auftraggeber ist die Wolfsburg AG, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Bau positiv auf Wirtschaft, Wohnsituation und Lebensqualität in der Region auswirken werde. Das Institut für Regionalwirtschaft aus Hannover hat die Argumente untersucht, die gegen das Projekt erhoben wurden. Die Ergebnisse wurden am Montag, 22. Februar, gemeinsam mit den Landräten der betroffenen Kreise in Wittingen vorgestellt. „Es wird Gewinner, aber auch Verlierer geben“, sagte Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG bei der Präsentation. „Unter dem Strich glauben wir aber, dass sich der Bau positiv auswirken wird.“

Der Landesverband der Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) kritisiert, dass das von A-39-Lobbyisten beauftragte CIMA-Gutachten behaupte, es würde angeblich die „Argumente der A 39-Gegner analysieren“. LBU-Vertreter Eckehard Niemann wies darauf hin, dass das Gutachten KO-Kriterien wie Nutzen-Kosten-Verhältnis von nur 1,9 nicht entkräften könne. Es sei das schlechteste Verhältnis aller Projekte im Bundesverkehrswegeplan. Für die Gegner bleiben Verlärmung von Kurorten und Gefahr für den Naturschutzes Fakten. Die Gegner fordern statt der A39 den Ausbau der Bundesstraße 4.

Im CIMA-Gutachten wird diese Alternative jedoch nicht geprüft. „Auch der Ausbau der Bundesstraße 4 würde zu einer Zerschneidung der Landschaft führen“, erklärte Krause. Außerdem hätte die Straße nicht die Leistungsfähigkeit einer Autobahn.

Kritik gab es am Montag auch von der Sprecherin einer Bürgerinitiative, die beklagte, dass die Gegner nicht zur Präsentation des Gutachtens eingeladen worden seien. „Das ist Lobbyarbeit“, sagte sie.

Die Landkreise zwischen Wolfsburg und Lüneburg befürchten, ohne einen Neubau der Autobahn, von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region abgehängt zu werden. Wer beispielsweise in Wolfsburg arbeite, wolle nicht jeden Tag unnötige Kilometer machen und Zeit verlieren, sagte Krause. Schon jetzt werde der Verkehr auf den Straßen immer mehr, erklärte Fabian Böttcher, einer der Studien-Autoren.

Ob der 105 Kilometer lange Autobahnabschnitt tatsächlich gebaut wird, soll im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans noch im Laufe des Jahres beschlossen werden.