Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ende des Jahres muss die Vamos-Kulturhalle umziehen. Foto: t&w

Vamos-Kulturhalle hat an der Uni keine Zukunft

ap Lüneburg. An der Entscheidung gebe es nichts mehr zu rütteln: Ende des Jahres muss das Vamos umziehen. Die Universität, die die Liegenschaft an die Campus Management GmbH verpachtet hat, habe andere Pläne für das Areal. Das machte Susanne Ohse, Projektleiterin des Zentralgebäudes, jetzt deutlich.

Der Mietvertrag des Vamos auf dem Uni-Campus läuft Ende 2016 aus. Das war eines der Themen, als der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages in dieser Woche im Senatssaal der Leuphana tagte. Eigentlich war der Libeskind-Bau zentrales Thema, doch die Grünen-Landtagsabgeordnete Miriam Staudte sprach das Thema an. „Der Erhalt des Vamos ist ein Thema, das die lokale Öffentlichkeit und mich als regionale Abgeordnete sehr interessiert“, sagte sie und verwies auf die im Rahmen einer Petition mehr als 3000 gesammelten Unterschriften. Im Dezember hatte der Verein Campus die Petition gestartet. Campus-Chef Klaus Hoppe war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In der Ausschusssitzung ließ Susanne Ohse durch ihre deutlichen Äußerungen wenig Raum für die Hoffnung auf einen Erhalt am aktuellen Standort: „Das Vamos ist Teil des Grundstockvermögens der Universität, und die darf mit ihren Liegenschaften auch andere Pläne umsetzen.“ Der Verkauf der Liegenschaft, in der derzeit das Vamos Feste feiert und Künstler auftreten lässt, könnte ebenso wie die Uni-Standorte in Volgershall und dem Roten Feld dringend benötigtes Geld in die Uni-Kasse spülen.

Mit dem Betreiber Campus Management, der Tochtergesellschaft des Vereins Campus, habe man schon seit 2012 regelmäßig Gespräche geführt und den Vertrag schon von 2015 auf 2016 verlängert, merkte die Projektleiterin an. „Das ist kein faires Spiel, man hätte schon seit drei Jahren nach einer anderen Liegenschaft suchen können.“ Jetzt Druck durch die Öffentlichkeit auszuüben, sei fragwürdig. Das sieht auch Vizepräsident Holm Keller so, der seiner Kollegin beipflichtete: „Die preisgünstige Vermietung von Flächen an andere Firmen ist nicht Aufgabe der Uni. Hier gibt es einen Zielkonflikt.“ Man sei nicht in der Lage, die Campus Management GmbH durch „extrem bezuschusste Flächen“ zu unterstützen. „Wir werden das Vamos aber natürlich in eine geeignete Liegenschaft begleiten“, versprach Keller, der auch darauf hinwies, dass die Kulturhalle am jetzigen Standort nicht mehr an allen Ecken im besten Zustand sei.

Erste Gespräche für Immobilie im Roten Feld

Der geplante Verkauf des Uni-Standortes am Rotenbleicher Weg geht voran: 20 Investoren und Planungsbüros hätten Interesse bekundet, sagt Susanne Ohse, Projektleiterin des Libeskind-Baus. Der Verkaufserlös soll bekanntlich in die Baufinanzierung des Zentralgebäudes auf dem Campus an der Scharnhorststraße fließen.

Mitte November hatte die Universität bekanntgegeben, dass der Gebäudekomplex in Innenstadtnähe zum Verkauf stünde. Sie eröffnete ein Interessenbekundungsverfahren. Einen möglichen Verkaufspreis wollte die Leuphana damals wie heute nicht nennen, Susanne Ohse sagt aber, man sei dazu verpflichtet, den besten Preis zu erzielen. „Die ersten Interessenten führen schon Gespräche mit der Stadt“, sagt sie. „Interessante städtebauliche Konzepte“ seien zu erwarten. Auch Vizepräsident Holm Keller ist sicher, dass sich der Verkauf lohne: „Die Uni versucht hier nicht, totes Holz zu veräußern.“