Montag , 19. Oktober 2020
Was den Verzehr auf studentischen Veranstaltungen betrifft, herrschen an der Leuphana Uni Lüneburg künftig neu Regeln. Foto: A./t&w

Leuphana: Verzicht auf Fleisch und Fisch 

ap Lüneburg. Fleisch oder kein Fleisch – an der Lüneburger Leuphana Uni war das in den vergangenen Monaten ein heiß diskutiertes Thema (LZ berichtete). Jetzt wurde der Streit zwischen jenen, die für einen generellen Verzicht bei studentischen Veranstaltungen plädierten, und jenen, die für die freie Wahl eintraten, entschieden. Der Beschluss des Studierendenparlaments, kein Geld mehr aus dem studentischen Haushalt für die Bezahlung tierischer Produkte bereitzustellen, ist in Kraft – allerdings mit Einschränkungen. Der Antrag, der zunächst alle tierischen Produkte betraf, fand nur für die Bereiche Fisch, Fleisch und Pelz eine Mehrheit unter den Listenvertretern.
„Milchprodukte, Ei, Leder und Gelatine haben nicht die zahlreichen Änderungsanträge während der Sitzung überdauert. Eingebracht wurde dies bereits zum 30. September, nach mehrmaliger Vertagung konnte durch den Ausschluss einiger bestimmter Produkte ein Kompromiss gefunden werden“, sagt AStA-Sprecher Jasper Kahrs.

Auch sei es nicht mit einem Verbot gleichzustellen, sondern bedeute lediglich, dass diese Produkte nun nicht mehr durch das Geld getragen werden, das alle Studenten zahlen. 17 Euro sind es, die ein jeder pro Semester für die Finanzierung der Arbeit der Fachgruppen und des Allgemeinen Studierendenservices beiträgt. Mit dem Geld aus diesem Topf konnten AStA, Fachschaften, studentische Gruppen und Initiativen bei studentischen Veranstaltungen bislang Anträge auf Kostenerstattung stellen. Für fleisch- oder fischhaltiges Essen ist das ab sofort nicht mehr möglich.

„Die Frage nach dem Konsum tierischer Produkte ist ein polarisierendes Thema, das hat sich sowohl in den Stellungnahmen als auch im Abstimmungsergebnis widergespiegelt. Das Studierendenparlament hat sich aber am Ende entschieden, dem nachhaltigen Anspruch auch in den eigenen Handlungen Rechnung zu tragen“, urteilt Kahrs. Zuvor konnten die Teilgremien der studentischen Selbstverwaltung dazu eine Stellungnahme abgeben. „Von diesen sprachen sich drei für und drei gegen den Beschluss aus. Das Abstimmungsergebnis ist dann mit acht Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen ebenfalls knapp für den Beschluss ausgefallen.“
In einem Jahr werde man die Entscheidung auswerten, um sich über ein weiteres Handeln zu verständigen.