Etwa 500 Personen, überwiegend Stundenten, demonstrierten an der Leuphana Universität gegen eine Veranstaltung der AfD. Foto: t&w

Heftiger Protest an der Uni gegen AfD-Vortrag – Veranstaltung abgebrochen

Demonstranten schützen ihre Atemwege -- die Polizei hat Reizgas zum Einsatz gebracht. Foto: nh
Demonstranten schützen ihre Atemwege -- die Polizei hat Reizgas zum Einsatz gebracht. Foto: nh

ca Lüneburg. Gegen die AfD-Veranstaltung an der Leuphana, die vom Gericht zugelassen wurde,  protestierten am Freitagabend rund 500 Demonstranten auf dem Campus an der Scharnhorststraße. Und der Protest wurde zunehmend heftiger, es kam zu Rangeleien, Reizgas wurde eingesetzt.

Die Polizei, die die Veranstaltung mit einer halben Hundertschaft sichert, schaffte durch die Demonstranten einen Korridor, damit die Besucher zu der AfD-Veranstaltung in Hörsaal 3 gelangen konnten. Die Tür zum Hörsaal wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Vor dem Hörsaal brüllten die Protestanten weiter Parolen und trommelten gegen die Scheiben.

Die Partei ließ den geplanten Vortrag in Absprache mit Polizeieinsatzleiter Roland Brauer aus Sicherheitsgründen abbrechen. Die Polizei soll zu den Demonstranten, die noch immer vor Ort waren, gesagt haben: "Ihr habt euer Ziel erreicht, die Veranstaltung wurde abgebrochen. Es gab schon Verletzte, das hätte so nicht sein sollen. Geht bitte nach Hause!".

Überwiegend Studenten protestierten gegen die AfD. Deren Europaabgeordneter Marcus Pretzell wollte um 19 Uhr über Bürgerrechte in Europa sprechen. Durch jüngste Äußerungen, dass er es für richtig halte, Flüchtlinge notfalls auch mit Waffengewalt am Grenzübertritt nach Deutschland zu hindern, war er massiv in die Kritik geraten. Die Universität wollte die Veranstaltung trotz bestehenden Vertrags mit der Partei kurzfristig absagen, doch die AfD erstritt das Recht auf die Hörsaalnutzung vor Gericht.

Uni-Präsident Sascha Spoun sagt: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Die AfD hat ihr Recht durchgesetzt, das akzeptieren wir."

Der Protest hatte friedlich begonnen, die Gegner des Pretzell-Auftritts setzten sich mit Transparenten für ein friedliches Miteinander ein. Die AfD hatte angekündigt, Gegner auch in den Hörsaal zum Vortrag ihres Abgeordneten lassen zu wollen. Man sei offen für einen Dialog.

Fotos: ca/t&w