Dienstag , 20. Oktober 2020
Eine Holperpiste für Radfahrer ist der Radweg auf der Westseite der Bockelmannstraße. Im kommenden Jahr soll zwischen Ostumgehung und Zufahrt zur AGL/zum Tierheim die Asphaltdecke erneuert werden. Foto: t&w

Bessere Wege für Radfahrer

as Lüneburg. Gute Nachricht für Radfahrer. Rund 700000 Euro will die Stadt Lüneburg im kommenden Jahr in die Verbesserung des Radverkehrs investieren. Das Geld soll in den Neubau und die Unterhaltung von Radwegen fließen. Nicht alle Projekte stehen schon fest, denn zum einen hängt die Umsetzung von Fördermitteln ab und zum anderen will die Verwaltung Empfehlungen des Gutachtens Radverkehrsstrategie Lüneburg 2025 abwarten.

Michael Thöring, Verkehrsplaner für Rad- und Busverkehr, erläuterte jetzt im Verkehrsausschuss, dass für das laufende Jahr 638000 Euro im Etat der Stadt eingestellt waren. Aufgrund der Vielzahl der Projekte, die noch laufen oder gar erst im kommenden Jahr umgesetzt werden, sei eine vollständige Bilanz noch nicht möglich. Da jedoch auch Maßnahmen, die eigentlich für 2014 vorgesehen waren, erst 2015 umgesetzt wurden, „ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr mehr als 800000 Euro für die Verbesserung des Radverkehrs aufgebracht werden konnten“, erklärte Thöring. Eine genaue Aufstellung soll es in einer der nächsten Sitzungen geben.

Für 2016 wurden 590000 Euro für neue Radwege für den Haushalt angemeldet. Mit dem Geld könnte unter anderem die Verlängerung des Weges an der Südseite der Dahlenburger Landstraße finanziert werden. Wie die aussehen soll, steht noch nicht fest. Wie berichtet, hatte die Stadt Anfang Oktober drei Varianten vorgestellt, nachdem es Kritik gegeben hatte an der Verlegung des Radfahrstreifens auf die Fahrbahn im ersten Teilbereich. Verkehrsdezernent Markus Moßmann erläuterte, dass die Planungen eventuell auch mit Blick auf eine schnelle Verbindung in den östlichen Landkreis Richtung Bleckede erfolgen sollen. Möglicherweise komme eine Kooperation mit dem Kreis in Betracht. Details sollen nach den Etatberatungen vorgelegt werden.

Für die Unterhaltung sollen 50000 Euro bereitgestellt werden, umfangreichstes Projekt ist die Deckensanierung des Radweges an der Westseite der Bockelmannstraße zwischen Ostumgehung und AGL. Mit 40000 Euro will die Stadt einerseits ihren Anteil am Fahrradleihsystem StadtRad finanzieren, zum anderen fließt das Geld für die Miete der Treppe Westbahnhof, die zum kostenfreien Fahrradparkhaus führt. Für 25000 Euro soll die Ampelschaltung für Radfahrer entsprechend der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung angepasst werden.

Ulrich Mott vom ADFC wollte wissen, ob die Radwegeführung Vor dem Neuen Tore auch in Angriff genommen werde. Moßmann erklärte, dass mehrere Großbaumaßnahmen in Frage kämen. Deshalb stelle man eine Prioritätenliste auf. Hubert Meißner (SPD) wollte wissen, wie es mit dem Gutachten zur Radverkehrsstrategie 2025 aussieht. Erste Ergebnisse sollen im Frühjahr vorgestellt werden. Eine Erhebung über den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr wird das Gutachten nicht enthalten, aus Kostengründen und da die Gutachter lediglich eine stichprobenartige Befragung vornehmen würden. Aus Sicht von Dr. Gerhard Scharf (CDU) wäre solch eine Zahl aber wichtig. Im Rahmen der Maßnahmen zur Radverkehrsstrategie 2015 war der Anteil bereits über 25 Prozent gestiegen. „Mein subjektives Gefühl ist, dass immer mehr aufs Rad umsteigen. Zahlen wären wichtig, um zu zeigen, wie fahrradfreundlich Lüneburg ist“, sagte Dr. Scharf.

Barrierefreie Bushaltestellen
Bis 2022 müssen sämtliche Bushaltestellen barrierefrei sein. Das ist eine gesetzliche Vorgabe. In Lüneburg gibt es 330 Haltestellen. „Wir nehmen zuerst die dran, die eine hohe Frequenz haben“, erläuterte Michael Thöring im Verkehrsausschuss. Der Umbau kostet pro Haltestelle zwischen 20000 und 50000 Euro, der Großteil der Modernisierung wird aus Mitteln der Landesnahverkehrsgesellschaft gefördert.

Für 2016 hat die Stadt acht Bushaltestellen auf dem Zettel: Scharnhorststraße/Höhe Jugendherberge und am Waldfriedhof sollen barrierefrei werden durch höhere Bordsteine. Aufgepflastert werden die Busbuchten Stadtkoppel stadtauswärts und -einwärts, so dass die Haltestellen an die Fahrbahnkante rücken. Ebenfalls auf der Liste stehen die Haltestellen Zentralfriedhof stadtauswärts, Blücherstraße stadteinwärts, Scharnhorststraße Ost stadtauswärts sowie die Elbinger Straße stadteinwärts.