Donnerstag , 24. September 2020
Die diskutierten Standorte für eine große Sporthalle: Sechs sind noch im Rennen (graue Punkte), vier wohl schon raus (rote Kreuze). Montage: hm

Lüneburg Favorit für Hallenstandort

dth Lüneburg. Bei der Standortsuche für eine neue Sport- und Veranstaltungshalle für den Landkreis Lüneburg schlägt das Pendel wieder stärker in Richtung der Hansestadt Lüneburg aus. Das ist ein Ergebnis der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kreis, Kommunen, Sport und Wirtschaft in der Lüneburger Kreisverwaltung. Die potenziellen Standorte in den Nachbarkommunen werden schrittweise ausgesiebt. Hingegen ist die Zahl der diskutierten Standorte in der Hansestadt mittlerweile weiter gestiegen. Während sich die Gellerser offenbar eher mit einer städtischen Lösung abfinden können, behält Bardowick weiterhin einen Fuß in der Tür.

Maßgeblich angestoßen wurde die Debatte durch den Erfolg des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg. Dessen angestammte Spielstätte, die Gellersenhalle in Reppenstedt, wird bekanntlich den Liga-Anforderungen dauerhaft nicht gerecht. Doch längst ist nicht mehr nur von einer wettkampfgerechten Sporthalle die Rede, sondern von einer Veranstaltungshalle, in der auch Konzerte stattfinden könnten. Damit ist offenbar auch das Interesse der Hansestadt gewachsen, den Hallenbau doch nicht den Nachbarkommunen zu überlassen. Auch Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) sieht für eine große Lösung die Hansestadt als geeigneteren Standort.

In der Stadt wurde eingangs über den Sportpark Kreideberg gesprochen, der ist aber als Option spätestens seit der vergangenen Sportausschusssitzung des Landkreises raus, ähnlich wie die Theodor-Körner-Kaserne. Weiterhin im Blick sind zwei Areale im Industriegebiet Hafen und eins an der Stadtgrenze zu Bardowick bei der Bernsteinstraße. Bei der Sitzung der Arbeitsgruppe wurde laut Teilnehmern auch über Standorte im Gewerbegebiet Bilmer Berg philosophiert und über den Bereich des alten Schlachthofs an der Lüner Rennbahn.

Die Botschaft war bei Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (parteilos) angekommen, er sagte wehmütig bei einer Gremiensitzung der Samtgemeinde: „Die Stadt Lüneburg hat plötzlich doch großes Interesse, da können wir nicht mehr gegenhalten, auch wenn die Volleyballer der SVG hier groß geworden sind.“

Auf LZ-Nachfrage sagte zudem Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU): „Es ist von verschiedenen Vertretern relativ deutlich gemacht worden, dass die Halle auf Lüneburger Stadtgebiet gehört.“ Die Samtgemeinde Bardowick hatte im Mai ein Konzept vorgestellt, wonach im Nordwesten Bardowicks ein Sport- und Freizeitpark entstehen könnte mit einer Halle, Stadion und Hotelbetrieb. Zu dem Ringen um den Hallenstandort sagt Luhmann: „Wenn es eine Veranstaltungshalle werden soll, die beim Sportbetrieb vor allem für die Volleyballer prädestiniert ist, dann ist das für uns weniger von Interesse. Unser Konzept ist breiter ausgerichtet.“ Allerdings würde da auch eine „von einem Betreiber dominierte Halle nicht hineinpassen“, so Luhmann. Aber darauf soll es laut Nahrstedt hinauslaufen.

Als mögliches Vorbild gilt die Sport- und Veranstaltungshalle in Vechta. Die Rede ist von rund 3000 Zuschauerplätzen und laut Nahrstedt geht es um Kosten von mindestens sieben Millionen Euro. Nahrstedt: „Es geht jetzt darum, eine Finanzierungs- und Betreibergesellschaft zu finden. Dafür muss auch ein Sponsor seinen Namen geben, der für viele sichtbar über der Halle steht. Das spricht für die Hansestadt als Standort.“ Zum Thema Spielstätte für die vom Südergellerser Andreas Bahlburg gemanagte Volleyballmannschaft SVG sagt Nahrstedt: „Das wird nicht nur eine Halle für Bahlburg und seine Truppe, sondern auch für andere Sportarten, die hochklassig spielen, ich denke da zum Beispiel an die Faustballer aus Bardowick.“

Zur Zeitschiene sagt der Landrat: „Unser Ziel ist es, das so schnell wie möglich hinzubekommen. Aber derzeit haben wir alle einen ganz anderen Arbeitsschwerpunkt. Trotzdem werden wir zügig an einer Umsetzung arbeiten.“ Aber: „Wir werden das in 2016 und 2017 wahrscheinlich nicht hinbekommen.“ Bardowicks Verwaltungschef Luhmann sagt: „Wir stehen in Bardowick weiterhin bereit, bevor nachher gar keine Halle gebaut wird.“ Eine ist aber schon so gut wie in Sack und Tüten: Wie berichtet soll wesentlich zügiger der Bau einer Zweifeldhalle für den Bereich der Berufsbildenden Schulen in Lüneburg umgesetzt werden, der erste Spatenstich ist im Sommer 2016 geplant.