Samstag , 24. Oktober 2020
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Schiffshebewerk: Klares Bekenntnis zu einer neuen Schleuse eingefordert

lz Lüneburg. Eine Reihe von Abgeordneten des Deutschen Bundestages hat heute zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, das Schiffshebewerk in Scharnebeck besucht. Gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik tauschten sie sich auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg über Kapazitätsentwicklungen und Verkehrsprognosen des Elbe-Seitenkanals (ESK) sowie über die dringende Notwendigkeit eines Schleusenneubaus aus.

Mit Blick auf die bevorstehende Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans warb Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, um Unterstützung für eine neue Schleuse in Scharnebeck. „Die Schleuse muss so schnell es geht geplant und gebaut werden. Laut Verkehrsprognose für das Jahr 2030 ist in fünf bis acht Jahren Schluss am Schiffshebewerk – dann sind die Kapazitätsgrenzen erreicht“, sagte Kahle. In Richtung Bund fügte Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, hinzu: „Die norddeutsche Wirtschaft braucht jetzt ein klares Signal.“ Den vielen Worten müssten endlich Taten folgen. „Kommt die Schleuse Ende des Jahres nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2015, ist sie für die nächsten 25 Jahre vom Tisch“, stellte Zeinert klar. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann sicherte zu, dass die Argumente für die Schleuse in die Bewertung zum neuen Bundesverkehrswegeplan einfließen werden.

Nach einer Besichtigung der Schleuse diskutierten die Bundespolitiker mit den Teilnehmern über die überregionale Relevanz des Elbe-Seitenkanals und der Schleuse für die Binnenschifffahrt – beispielsweise auch für die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Lüneburg und Wolfsburg und die Anbindung des größten deutschen Überseehafens Hamburg an sein Hinterland.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt wies darauf hin, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes alle erforderlichen fachlichen Voraussetzungen für eine Entscheidung vorbereitet habe. „Vorrang hat jedoch die Grundinstandsetzung des Schiffshebewerks Scharnebeck.“ Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtamtes Uelzen, zufolge würde es sich bei der neuen Schleuse in Scharnebeck mit einer Fallhöhe von 38 Metern um die größte Sparschleuse der Welt handeln.

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