Mittwoch , 12. August 2020
Diskutierten die IHK-Marketingkampagne und die Bedeutung der A 39 für die Region (v.l.) Markus Mews, Felix-Benjamin Manzke, Eckhard Pols und Hiltrud Lotze. Foto: Wege

IHK startet Kampagne pro A39

lz Lüneburg. Die Autobahn 39 war das zentrale Thema bei einem Treffen von Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg und Bundestagsmitgliedern in Volkstorf. Auf dem Gelände der Manzke Beton GmbH haben Geschäftsführer und IHK-Vollversammlungsmitglied Felix-Benjamin Manzke und Markus Mews, Leiter des A-39-Projektbüros der IHK, die wirtschaftliche Bedeutung des Lückenschlusses zwischen Lüneburg und Wolfsburg erörtert mit den Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze (SPD) und Eckhard Pols (CDU). Mews stellte die IHK-Marketingkampagne vor, die die breite Unterstützung in der Bevölkerung für das Vorhaben sichtbar machen soll.

„Für den Autobahn-Lückenschluss sprechen nicht nur sachliche oder wirtschaftliche Gründe“, sagte Mews: „In der Kampagne ‚Unsere A39’ bringen Menschen aus der Region ihre ganz persönlichen Gründe für den Autobahnbau zum Ausdruck.“ So erzählt eine Familie, dass der schnellere Arbeitsweg des Vaters mehr gemeinsame Zeit bedeutet. Fmilienzeit, Fchkrfte, Wohlstnd – das fehlende A in den Schlagworten der neuen Kampagne signalisiert die Lücke der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. „Ohne A39 fehlt uns was“, lautet die Botschaft. „Wir wollen die Menschen ermutigen und ihnen eine Plattform geben, sich für die A39 zu bekennen“, sagte Mews. Der Lückenschluss sei eine Grundvoraussetzung für Wachstum von Industrie und Handel in der Region, erläuterte der IHK-Projektleiter: „Das bedeutet auch höhere kommunale Steuereinnahmen, die wiederum Investitionen in Kindergärten, Schwimmbäder und Krankenhäuser ermöglichen. Kurzum: Die Autobahn 39 ist die Lebensader unserer Region.“

Die IHK setzt sich dafür ein, dass die A39 im neuen Bundesverkehrswegeplan mit höchster Priorität eingestuft wird. Rückenwind gibt es von Eckhard Pols: „Ich habe immer wieder deutlich gemacht, dass die A39 ein unverzichtbares, immens wichtiges und in meinen Augen alternativloses Verkehrsinfrastrukturprojekt für unsere Region ist.“ Ebenso stehe die SPD in der Region zur A39, betonte Hiltrud Lotze: „Mindestens ein Teilabschnitt muss im Bundesverkehrswegeplan in den ‚Vordringlichen Bedarf plus‘ aufgenommen werden, damit wir der Realisierung näher kommen.“ Damit greift Lotze die Idee des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD) auf, die A39 Abschnittweise in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen – die bei Pols auf wenig Gegenliebe stößt: „Die A39 muss als Ganzes aufgenommen werden, denn sonst würde sich das Projekt nur auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben.“

Wie wichtig das Projekt für die regionale Wirtschaft ist, führte Felix-Benjamin Manzke den Bundestagsabgeordneten bei einem Rundgang durch sein Unternehmen hautnah vor Augen. Manzke Beton befördert jährlich rund 500.000 Tonnen Kies und Sand sowie Recyclingbaustoffe zwischen Magdeburg und Hamburg. „Unser Absatzgebiet rund um Lüneburg, Uelzen, Wesendorf und Salzwedel würde durch die A39 erheblich einfacher zu erreichen sein. Werksverkehre und Logistik würden um 20 Prozent schneller und kostengünstiger ablaufen.“ Und davon würde nicht nur das Unternehmen profitieren, sondern auch die aktuell rund 180 Mitarbeiter: „Die Arbeitsplätze würden durch die A39 gesichert und erweitert, da wir Fachkräfte auch aus weiter entfernten Regionen akquirieren könnten“, sagte Manzke. Ohne die Autobahnanbindung würde der Aufschwung, „den wir aktuell in Lüneburg erleben“, stark gedämpft, sagte der Unternehmer: „Die Folgen für unseren Betrieb wären erst in mehreren Jahren zu spüren, wenn andere, besser angebundene Regionen sich wirtschaftlich dynamischer entwickeln.“

Tatsache ist, dass der größte autobahnfreie Raum landesweit zwischen Hamburg, Hannover und Berlin liegt. Gleichzeitig werden 47 Prozent des Hamburger Hafenhinterlandverkehrs über Lkw abgewickelt. Die bessere Anbindung des Hafens würde die Wettbewerbsfähigkeit der Region positiv beeinflussen. Auch die Erreichbarkeit der Orte würde sich durch den Lückenschluss der A39 verbessern, wovon wiederum auch Pendler profitieren würden. Außerdem würde die A39 die Bewohner entlang der unfallträchtigen Bundesstraße 4 von Lüneburg über Uelzen nach Braunschweig entlasten.

Auf diese Gründe baut die IHK auch mit ihrer Kampagne „Unsere A39“ – mit Plakaten, Anzeigen, der Internetseite www.unsere-a39.de und dem Kinotrailer, der am 3. September im Filmpalast Lüneburg sowie den Kinos in Uelzen und Wolfsburg anläuft. Neben dem Termin in Volkstorf suchten IHK-Vertreter am Dienstag auch in Uelzen das Gespräch mit der Politik.