Der Libeskind-Bau auf dem Uni-Campus ist dick eingerüstet. Die Baugerüste müssen so breit sein wie ein Panzer, um an dem Bau mit vielen Schrägen und Spitzen gerade Flächen für die Bauarbeiter zu schaffen. Foto: t&w

Libeskind-Bau +++ Erneute Kostenspekulation +++ Wissenschaftsministerium soll von knapp 90 Millionen Euro ausgehen

red Lüneburg. Kostenschub beim Bau des Zentralgebäudes der Lüneburger Universität. Darüber berichtet NDR 1 Niedersachsen. Von 89,4 Millionen Euro ist die Rede. Das gehe aus einem vertraulichen Papier des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums hervor. Offiziell werden auf der Internetseite der Lüneburger Hochschule noch 76 Millionen Euro genannt für den Libeskind-Bau. Anfangs lagen die Kosten noch unter 60 Millionen Euro.
Die LZ wie auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung hatten bereits im Frühjahr 2014 aus einem vertraulichen Bericht der Oberfinanzdirektion Niedersachsen zitiert und von 90 Millionen Euro Baukosten geschrieben. Und auffällig ist jetzt, dass sich Passagen aus diesem Bericht im "aktuellen" Bericht des NDR wiederfinden wie zum Beispiel die Risikobetrachtung, die schon im Januar 2014 mit 11,5 Millionen Euro ausgewiesen wurden.

In dem Papier ist nicht nur von erheblichen möglichen Mehrkosten die Rede,  91 Millionen Euro werden als „nicht unwahrscheinlich“ eingestuft, sondern auch von einem "Wort-Case-Szenario. „Würden alle benannten Risiken in voller Höhe eintreten, könnten die Gesamtkosten der Maßnahme auf bis zu 125 Millionen Euro ansteigen.“

Im Mai dieses Jahres berichtete dann die LZ erneut, dass 88 Millionen Euro als Baukosten befürchtet werden. Zwei Quellen bestätigten das in Hannover.

Wegen der Kosten für den Libeskind-Bau ist das Wissenschaftsministerium seit längerem alarmiert, ein Bau-Beirat, angedockt am Stiftungsrat der Universität, soll für mehr Kostendisziplin sorgen und vor allem für Transparenz. Schon im Juni hatte die Sprecherin des Ministeriums, Dr. Margit Kautenburger, auf Anfrage der Landeszeitung gesagt: Auch das Ministerium gehe von weiteren Kostenrisiken aus. Treten Mehrkosten auf, müsse die Universität einen Antrag auf Änderung des Zuwendungsbescheides stellen. Sind die Abweichungen erheblich, muss der Haushaltsausschuss beraten. „Das liegt unter anderem dann vor, wenn eine Überschreitung bezogen auf die zuletzt genehmigten Kosten um mehr als 15 Prozent vorliegt und mehr als zwei Millionen Euro beträgt.“ Gestern Abend sagte sie, diese Aussagen hätten weiter Gültigkeit.