Donnerstag , 24. September 2020
Alarmstimmung im Theater Lüneburg: Die Brandschutzanlage ist im Theater Lüneburg veraltet, es droht die Stilllegung, wenn nicht gehandelt wird. Doch Geld dafür ist nicht in Sicht. Foto. t&w

Theater Lüneburg braucht neue Brandschutzanlage

us Lüneburg. Das Theater Lüneburg kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Bis 2020 wird das jährliche Defizit von 181000 Euro auf 459000 Euro anwachsen, am Ende wird ein Gesamtfehlbetrag von rund 1,6 Millionen Euro angewachsen sein. Wie das Loch gestopft werden soll, ist weiterhin offen. Im jüngsten Wirtschaftsausschuss machte jetzt das Wort „Sanierungskonzept“ die Runde. Zugleich wurde deutlich, dass die frisch vorgelegten Zahlen für die mittelfristige Finanzplanung, die den Ausschussmitgliedern vorgelegt wurde, bereits Makulatur sind. Grund ist eine veraltete Brandschutzanlage, wie jetzt bekannt wurde.

„Wichtige Ersatzteile, die wir für die Brandschutztechnik im Theater benötigen, sind leider nicht mehr erhältlich“, erklärt Volker Degen-Feldmann, Verwaltungsdirektor am Theater Lüneburg. Was harmlos klingt, könnte fatale Folgen haben: Denn eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Brandschutzanlage könnte zur Stilllegung des Theaterbetriebs führen. „Wir müssen deshalb reagieren“, sagt Degen-Feldmann. Mit anderen Worten: Um eine neue Anlage kommt das Theater wohl nicht herum.

Wie sehr das Thema drängt, wurde zu Beginn dieser Woche deutlich: Am Montag kam der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen, um über ein neues Brandschutzkonzept zu beraten und daraus resultierende Kosten zu sprechen. Nach LZ-Informationen steht ein Betrag von rund 750000 Euro im Raum, der aber von der Theater-Leitung nicht bestätigt wurde. Degen-Feldmann machte aber klar: „Die Kosten werden wir nicht aus dem laufenden Budget finanzieren können.“

Dass den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses am Mittwoch neben dem aktuellen Wirtschaftsplan 2015/16 auch die mittelfristige Finanzplanung bis 2020 vorgelegt wurde, darin aber die zusätzlichen Belastungen gar nicht enthalten sind, sorgte zumindest bei der CDU-Fraktion für Unverständnis. „Es ist schwierig, jetzt einen Beschluss zu fassen, wenn klar ist, dass diese Zahlen nicht aktuell sind“, machte CDU-Fraktionschef Niels Webersinn deutlich. Über die mittelfristige Finanzplanung werde gar nicht abgestimmt, entgegnete Eugen Srugis (SPD), „beschlossen wird lediglich der Wirtschaftsplan 2015/16. Die Finanzplanung nehmen wir nur zur Kenntnis“.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge räumte indes ein, dass für den Brandschutz ein höherer Betrag als geplant im nächsten Finanzplan abgebildet werden müsse, der im Herbst vorgelegt werden soll. „Es wird ein Betrag unter einer Million Euro sein“, sagte Mädge. Wie die höheren Aufwendungen ausgeglichen werden sollen, soll in einem Finanzierungskonzept dargestellt werden, wie Volker Degen-Feldmann ergänzte. „Dazu haben wir verschiedene Ideen, die sind aber noch nicht spruchreif.“

Als „Dilemma“ bezeichnete Webersinn die finanzielle Situation des Theaters, die ohne ein Sanierungskonzept nicht gemeistert werden könne. „Wir haben kein Dilemma“, hielt Mädge dagegen. Er sei im Gespräch mit der Landesregierung, um die „Altlasten der letzten zehn Jahre abzuarbeiten“. Bekanntlich hatte das Land seine Zuschüsse für die niedersächsischen Theater auf dem Stand von 2005 eingefroren, lediglich im vergangenen Jahr gab es einmalig 400000 Euro, davon 43000 Euro für Lüneburg.

Wie die Stadt das hohe Defizit ohne ein entsprechendes Sanierungskonzept ausgleichen wolle, sei ihm unklar, sagt Webersinn. Die Stadt müsse eine Lösung präsentieren. „Das werden wir auch“, sagte Mädge. Am Ende stimmte der Ausschuss dem Wirtschaftsplan 2015/16 einstimmig zu.