Montag , 28. September 2020
Im Januar dieses Jahres hatten Schüler am Gymnasium Oedeme gegen den Ausfall von Klassenfahrten demonstriert. Foto: A./t&w

Berechtigte Hoffnungen auf Rückkehr der Klassenfahrten

jdr Lüneburg. An niedersächsischen Gymnasien wird seit diesem Schuljahr eine Stunde pro Woche länger gearbeitet, die Arbeitszeitverordnung von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hatte im vergangenen Jahr für allerlei Missstimmung bei den Lehrern gesorgt. Sie reagierten mit einem Boykott von Klassenfahrten. Mit dem Urteilsspruch des Lüneburger Oberverwaltungsgerichts vom 9. Juni, der die Erhöhung der Regelstundenzahl für Lehrkräfte an Gymnasien als rechtswidrig bewertet hat (LZ berichtete), keimt jedoch bei Schülern wieder Hoffnung auf. Die LZ hat bei den Lüneburger Gymnasien gefragt, ob sie ab dem kommenden Schuljahr nun wieder Klassenfahrten veranstalten.

Der Tenor in Gesprächen mit Schulleitern und Personalräten aus Stadt und Landkreis ist einheitlich: So heißt es vom Gymnasium Bleckede, dem Bernhard-Riemann-Gymnasium und der Herderschule, man freue sich über das Urteil, die Rechtskraft bleibe jedoch noch abzuwarten, denn das Kultusministerium hat bekanntlich noch Zeit, Einspruch zu erheben. Erste Tendenzen zur Wiedereinführung der Fahrten sind aber zu vernehmen. Dieter Stephan, Schulleiter am Gymnasium Oedeme, sagt: „Unser Kollegium hat sich unter der Regie des Personalrates versammelt. Es wurde beraten und abgestimmt, über Alternativen diskutiert. 90 Prozent sind sehr interessiert daran, wieder Klassenfahrten anzubieten. Die Einspruchsfrist soll allerdings noch abgewartet werden.“

Friedrich Suhr, Schulleiter am Johanneum, sagt: „Die Kollegen halten Klassenfahrten für wichtig, sie verstehen diese Unternehmungen als einen Teil ihrer pädagogischen Arbeit. Auch sind die Kollegen zufrieden mit dem Urteil, dennoch befinden sie sich derzeit in einer Misstrauensposition Planungen werden daher erst vorgenommen, sobald das Urteil rechtlich einwandfrei vom Kultusministerium angenommen ist.“

Einen Schritt weiter ist man an der Wilhelm-Raabe-Schule. Zwar wartet man auch hier auf die Rechtskraft, doch Torben Stark, Vorsitzender des Personalrates, erklärt: „Wir haben bereits Unterkünfte für Klassenfahrten reserviert, teilweise auch schon gebucht.“ Los gehe es für die Schüler und Lehrer dann im Mai 2016, die Fahrten betreffen den jetzigen 5. und 11. Jahrgang.

Aus dem LZ-Archiv:

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LZplay-Videos zum Thema: 

 

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