Samstag , 24. Oktober 2020
Alarmiert worden sind am Sonntag auch die Boote der Bleckeder Feuerwehren. Zwei Schwimmerinnen waren in die Strömung der Elbe geraten und kamen aus eigener Kraft nicht ans Ufer zurück. Foto: Feuerwehr

Lebensgefahr in der Elbe

off Alt Garge. Rettungseinsatz auf der Elbe bei Alt Garge: Trotz Warnungen hatte eine 48 Jahre alte Urlauberin am Sonntag versucht, den Fluss Richtung Osten zu durchschwimmen, und geriet in der Strommitte in Not. Eine 26-jährige Strandbesucherin versuchte, der Frau zu helfen — bekam allerdings ebenfalls Schwierigkeiten. Zwei Polizeireiterinnen bemerkten die Hilferufe und alarmierten die Rettungskräfte. Gleichzeitig gelang es den Beamtinnen, einen Schlauchboot-Besitzer am Ostufer auf die Notsituation aufmerksam zu machen, der die beiden Frauen — entkräftet, aber gesund — zurück ans Ufer brachte.

Dieses Mal sind die Schwimmerinnen mit dem Schrecken davongekommen. Doch Polizei und DLRG warnen: „Auch wenn es nicht verboten ist, raten wir vom Schwimmen in Gewässern ab, die für die Berufsschifffahrt benutzt werden und wo zum Teil sehr hohe Fließgeschwindigkeiten herrschen.“ Wo die Gefahren beim Baden in der Elbe lauern und wie man sich in welcher Situation verhalten sollte, erklärt der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe in Alt Garge, Roland Siewert.

  • „Die größte Gefahr beim Schwimmen in der Elbe ist die Strömung“, sagt Siewert, „und auch wenn die Elbe gerade harmlos aussieht, haben vor allem ungeübte Schwimmer kaum eine Chance, sich alleine daraus zu befreien.“
  • Eine weitere Gefahr sind die Schiffe und Sportboote. „Die können einen Schwimmer schnell mal übersehen, und eine Kollision kann schlimme Folgen haben.“
  • Aufgrund des aktuellen Niedrigwassers in der Elbe, „ist das Wasser sehr trüb“, sagt Siewert. Das bedeutet, „wenn jemand untergeht, ist er nicht mehr zu sehen“.
  • Wer am Ufer auf eine hilflose Person im Wasser aufmerksam wird, „sollte nicht einfach hinterherschwimmen“, sagt Siewert. „Denn dann sind ganz schnell zwei Personen in Not.“ Stattdessen sollte ein Notruf abgesetzt werden. „Außerdem kann man Ausschau halten nach Booten in der Nähe, die den abgetriebenen Schwimmern eventuell zur Hilfe eilen könnten.“
  • Wer selbst in die Strömung gerät, sollte zunächst Ruhe bewahren und mit der Strömung schwimmen. „Viele versuchen gegen die Strömung anzukämpfen und dorthin zurückzuschwimmen, wo sie herkommen“, sagt Siewert. „Doch das ist selbst für geübte Schwimmer unmöglich.“ Wer sich allerdings mit der Strömung treiben lässt, „hat genug Schwung und die Chance, so an einer späteren Stelle wieder ans Ufer zu kommen.“
  • Da sich rund um die Buhnenköpfe oft Strudel bilden, „sollte dieser Bereich grundsätzlich gemieden werden“.
  • Wer nicht darauf verzichten möchte, sich in der Elbe abzukühlen, „sollte nicht viel weiter als knietief ins Wasser gehen und zwischen den Buhnenköpfen bleiben“, sagt Siewert. Der DLRG-Vorsitzende warnt außerdem davor, Kinder auf Luftmatratzen oder mit Schwimmtieren in die Elbe zu lassen. „Da besteht die Gefahr, dass sie abgetrieben werden und in die Strömung geraten.“
  • Wer kein Risiko eingehen möchte und sich bei den bevorstehenden hochsommerlichen Temperaturen trotzdem abkühlen möchte, für den hat Roland Siewert auch einen Tipp parat: „Verzichten Sie auf das Schwimmen in der Elbe und kommen Sie ins Waldbad Alt Garge!“