Freitag , 30. Oktober 2020
Lennard Aldag im August 2011, damals im Rahmen einer gemeinschaftlichen Bierdeckelaktion des Bündnis für Demokratie und des Netzwerk gegen Rechtsextremismus. Foto: A./ t&w

Lüneburger DGB im Visier des Verfassungsschutzes

ca Lüneburg. Der niedersächsische Verfassungsschutz hat offenbar den Lüneburger Gewerkschafter Lennard Aldag im Fokus gehabt. Das ergibt sich aus einer Antwort an den heutigen Sekretär der IG Metall. Das Innenministerium in Hannover habe ihm jetzt mitgeteilt, dass er „mindestens im Zeitraum von Juli 2011 bis September 2013“ überwacht worden sei. Damals war Aldag Regionsgeschäftsführer des DGB für Nordostniedersachsen. In dieser Funktion hat er als Versammlungsleiter unter anderem Kundgebungen gegen Atommülltransporte angemeldet sowie sich für das von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Organisationen getragene Bündnis gegen Rechts engagiert.

Aldag ist empört, in einer Pressemitteilung erklärt er: „Der DGB und seine Gewerkschaften haben die historische Verantwortung, sich gegen Rassismus und die extreme Rechte zu engagieren. Das sind wir den Gewerkschaftern und allen anderen schuldig, die in der Zeit von 1933 bis 1945 in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden. […] Es ist daher geradezu absurd, dieses Engagement eines Gewerkschafters zu kriminalisieren und in die Nähe der Verfassungsfeindlichkeit zu rücken.“

Matthias Richter-Steinke, Regionsgeschäftsführer des DGB in Nord-Ost Niedersachsen, zeigt sich solidarisch: „Es ist ein Skandal, dass der Verfassungsschutz unser Engagement für eine solidarische Gesellschaft offensichtlich als undemokratisch erachtet. Hier ist eine rote Linie um Meilen überschritten worden. Das werden wir nicht akzeptieren. Lennard Aldag hat unsere volle Unterstützung.“

Aldag hat einen Anwalt eingeschaltet, um mehr zu den Hintergründen zu erfahren.

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