Freitag , 30. Oktober 2020

Aus Fürsorge zum Drogenhändler geworden

red Lüneburg. Ob er mit der Begründung als guter Papa durchgeht? Der 51-Jährige, der sich von Donnerstag, 11. Juni, an wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Lüneburg verantworten muss, hat seine Taten mit der Fürsorge für seinen Sohn erklärt. Er habe den damals 17-Jährigen nicht davon abhalten können, Marihuana zu konsumieren. Damit sein Sprössling aber wenigstens kein Marihuana von schlechter Qualität raucht, weil das ja schädlich sei, sondern besseres und damit auch teureres, habe der Vater zusätzlich Geld verdienen müssen als Drogenhändler für die Freunde seines Sohnes.

Trotz dieser rührenden Einlassung bei Vernehmungen hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg Anklage wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln erhoben. Sie wirft dem Mann vor, dass er in der Zeit von November 2014 bis Januar 2015 wöchentlich Betäubungsmittel, und zwar Marihuana, Haschisch, Speed, Kokain und Ecstasy im Wert von jeweils 1000 bis 2000 Euro bei bislang unbekannten Lieferanten in Bremen gekauft habe.

Die Drogen soll der Mann aus Schneverdingen an mehrere minderjährige Kumpels seines Sohns weiterverkauft haben. Nun muss sich der Angeklagte, der seit dem 23. Januar in Untersuchungshaft sitzt, deshalb vor der 4. Großen Strafkammer verantworten.

Zur Hauptverhandlung sind neun Zeugen geladen. Nach dem Auftakt sind zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt, und zwar für den 15. und den 24. Juni.