Dienstag , 27. Oktober 2020
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Ein Mangel an Tiefe – Ehemalige Studenten bewerten ihre Zeit an der Lüneburger Universität + + + Mit Grafik

mm Lüneburg. So richtig zufrieden sind sie nicht — die ehemaligen Studenten der Leuphana Universität Lüneburg. Das zeigt eine uni-interne Studie, die der LZ vorliegt.

Es gebe wenig Praxisbezug, einen Mangel an Tiefe in einzelnen Fächern und negative Effekte durch die Neuordnung, sind einige Kritikpunkte der Befragten, die ihren Abschluss zwischen dem Sommersemester 2009 und dem Wintersemester 2011/12 erhielten, teils also noch vor dem Zusammenschluss von Uni und FH an die Hochschule kamen. Eine besondere Situation: „Das Studium dieser Kohorte fiel mitten in den Fusions- und Transformationsprozess, der sowohl für Lehrende als auch Studenten aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen herausfordernd war“, sagt Professor Markus Reihlen, Vizepräsident an der Leuphana. Neben der Kritik gibt es aber auch Lob.

Die Befragung der Ehemaligen (Alumni) lag im Zeitraum von Juni bis Oktober 2014. Dafür wurden 4830 Anschreiben verschickt. Ex-Bachelor- und Masterstudenten sowie Absolventen mit Diplom und Magister antworteten, insgesamt 944. „Die Befragung ist eines von vielen Instrumenten, die eingesetzt werden, um die Qualität in Studium und Lehre zu verbessern“, erklärt Reihlen.

Die Uni muss nun Kritik aufnehmen, die zum Beispiel von Lehramtsstudenten vorgebracht wurde. Von ihnen hätten sich viele eine stärkere Vorbereitung auf den Schulalltag und Umgang mit schwierigen Situationen und Schülern gewünscht. Auch Studenten anderer Fakultäten fehlte der Praxisbezug im Studium. Kritisiert wird auch die Neuordnung nach Verschmelzung von Uni und FH zur Leuphana. Besonders von „alten“ Magister- und Diplomstudenten sowie Studenten auslaufender Studiengänge. Sie sahen sich benachteiligt durch „eingeschränkte Wahl- und Studienmöglichkeiten“. Manche Ehemalige beklagen auch eine „mangelnde Tiefe und wenig Fachkenntnisse am Ende des Studiums“, diese Faktoren kämen durch das Leuphana-Semester und das Komplementärstudium „zu kurz“. Professor Reihlen sagt: „Anhand der Informationen diskutieren wir mit den Studiengangsleitern, inwiefern die einzelnen Studienabschlüsse den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht werden.“

Es wird auch gelobt: Wie der persönliche Kontakt zu Lehrenden, kleine Gruppengrößen und ein gutes Betreuungsverhältnis. Genauso heben die Befragten hohe Interdisziplinarität, das breite Veranstaltungsangebot und den grünen Campus hervor. Überzeugt haben sie auch die zahlreichen studien­unterstützenden und Freizeit-Angebote an der Universität, etwa die Bibliothek und der Hochschulsport.

Was trifft auf Ihre aktuelle Lebenssituation zu (Mehrfachantworten möglich)" lautete die Fragestellung. Von 1000 Befragten gaben in diesem Fall 904 Teilnehmer eine gültige Antwort ab.
Was trifft auf Ihre aktuelle Lebenssituation zu (Mehrfachantworten möglich)“ lautete die Fragestellung. Von 1000 Befragten gaben in diesem Fall 904 Teilnehmer eine gültige Antwort ab.