Freitag , 30. Oktober 2020
Eine sachliche Diskussion über die Rückkehr des Wolfes ist das Ziel der Organisatoren, die für den 8. März zu einer Info-Veranstaltung ins Bleckeder Haus einladen. Mit dabei sind unter anderem Förster, Wolfsberater, Schäfer und Mitarbeiter des Umweltministeriums. Foto: A

Der Wolf ist zurück und nun?

off Bleckede. Gut oder böse? Harmlos oder gefährlich? Willkommen oder verhasst? Über kein Tier wird derzeit hitziger diskutiert als über den Wolf, oft hochemotional „und leider nur sehr selten sachlich“, sagt Hans-Joachim Wenk. Der Alt Garger ist Sprecher für das östliche Niedersachsen im Freundeskreis freilebender Wölfe und Mitinitiator einer breit angelegten Informationsveranstaltung am Sonntag, 8. März, ab 13 Uhr in Bleckede. Unter dem Titel „Der Wolf ist zurück in der Region“ werden im Bleckeder Haus (Schützenweg) verschiedene Experten informieren vom Förster über einen Verhaltensökologen bis zum Nutztierhalter. Ziel der Veranstalter: eine ausgewogene und frühzeitige Information, „bevor der Wolf auch im Raum Bleckede so präsent ist wie in Amelinghausen“, sagt Wenk.

Zu den Organisatoren gehören neben Wenk auch Stefan Erb vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen und Heiko Drawe von der Landesarbeitsgruppe Wolf beim Naturschutzbund (Nabu) sowie Vertreter des SPD-Ortsvereins, der Bleckeder Grünen und des Tierschutzvereins Lüneburg. „Uns war wichtig, dass es in Sachen Wolf nicht immer nur zwei Fronten gibt“, sagt Erb, „sondern, dass eine konstruktive Zusammenarbeit beider Seiten entsteht.“ Ein erster Schritt ist die gemeinsame Veranstaltung von Wolfsbefürwortern wie Wenk und betroffenen Nutztierhaltern wie Elbschäfer Erb, der 2013 bereits Schafe an den Wolf verloren hat. „Mit der Veranstaltung wollen wir zur Versachlichung der Diskussion beitragen.“

Geplant ist der Nachmittag als reine Info-Veranstaltung, „längere Diskussionen sind nicht vorgesehen“, sagt Wenk. Rund fünfeinhalb Stunden sind für die verschiedenen Vorträge veranschlagt, los geht es um 13 Uhr mit Grußworten von Bleckedes Bürgermeister Jens Böther und Landrat Manfred Nahrstedt. Danach referieren nacheinander Förster und Wolfsberater Peter Pabel (Forstamt Göhrde), Biologe und Tierfilmer Sebastian Koerner, Referent für Wolfsschutz beim Nabu, Moritz Klose, Schäfer und Vorstandsmitglied im Niedersächsischen Schafzuchtverband Stefan Erb, Wolfsberater im Kreis Lüneburg Uwe Martens sowie Dr. Frank Krüger und Konstantin Knorr vom Umweltministerium in Hannover. Moderieren werden die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte und Jens Uwe Matzen vom Freundeskreis freilebender Wölfe.

Thema im ersten Vortrag von Peter Pabel ist die Ausbreitung des Wolfes in Niedersachsen, sein bevorzugtes Beutespek­trum und bisherige Erfahrungen über die Auswirkungen auf den Wildbestand.

Im Anschluss hält Sebastian Koerner, der seit zehn Jahren die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland mit der Filmkamera dokumentiert, ab 14.50 Uhr einen 45-minütigen Film-Vortrag mit dem Titel „Verhalten und Ökologie von Deutschlands wilden Wölfen“. Schwerpunkte sind dabei Verhalten und Ökologie des Wolfes, Ausbreitung, Wild und Wolf, Schutz von Nutztieren sowie Gefährlichkeit für den Menschen. Im Anschluss daran gibt es ab 15.35 Uhr die Möglichkeiten für Fragen aus dem Publikum.

Nach einer Pause geht Moritz Klose ab 15.55 Uhr auf die Rechtsgrundlagen des Wolfsschutzes und illegale Tötungen ein. Ab 16.20 Uhr stellt Stefan Erb die Positionen der Nutztierhalter dar, geht auf Möglichkeiten und Grenzen des Nutztierschutzes mit technischen Mitteln und Herdenschutzhunden ein. Zum Thema macht er außerdem die Besonderheiten und Anforderungen in der Arche-Region für Hobbytierhalter und Halter von Kleinherden. Vor einer erneuten Pause ist ab 16.40 Uhr Zeit für Fragen aus dem Publikum.

Ab 17 Uhr berichtet Uwe Martens über seine Arbeit als Wolfsberater. Ab 17.20 Uhr stellen Frank Krüger und Konstantin Knorr aus dem Umweltministerium den Stand des „Managementplans Wolf“ vor und berichten über die „Richtlinie Wolf“. Letztere regelt sowohl den Schutz des Wolfes als auch den finanziellen Ausgleich bei Nutztierrissen und bei Schäden an Jagdhunden sowie die finanzielle Förderung von Schutzmaßnahmen wie Zäunen oder Herdenschutzhunden. Von 17.50 bis 18.30 Uhr ist noch einmal Zeit vorgesehen für Fragen.