Donnerstag , 6. August 2020
Der gültige Freizeitpass half Vera Perten nicht, die Schülerin aus Melbeck sollte für eine Tour nach Lüneburg gleich dreifach bezahlen. Foto: t&w

Melbecker Schülerin sollte für falsch ausgestellte Bustickets zahlen

us Lüneburg. „Erst als ich wütend wurde, war er bereit, mir mein Geld wieder zurückzugeben“, erzählt Vera Perten. Eigentlich wollte die siebzehnjährige Schülerin per Bus aus Melbeck zu einem wichtigen Treffen nach Lüneburg fahren. Doch aus der geplanten Tour wurde nichts, denn sie war nicht bereit, einen zu Unrecht verlangten erhöhten Fahrpreis zu zahlen. Am Ende war sie sogar noch froh, überhaupt ihr schon überreichtes Geld zurückbekommen zu haben.

Der Vorfall ereignete sich an einem Freitag. An dem Nachmittag bestieg Vera den VOG-Bus in Melbeck und zeigte ihren Schüler-Freizeitpass vor, woraufhin der Busfahrer eine Kindertageskarte und eine Erweiterungskarte für Schulfahrkarten ausstellte. „Das war nicht korrekt, ich wollte nur eine Tageskarte haben, die ich mit dem Freizeitpass zum Kindertarif bekomme“, erklärt die junge Melbeckerin. Das habe sie auch dem Busfahrer gesagt. Als der daraufhin noch eine weitere Tageskarte ausstellte und die Schülerin aufforderte, nun alle drei Tickets zu bezahlen, weigerte sie sich und wollte schließlich den Bus wieder verlassen, „aber der Mann hielt mein Geld fest“. Erst als sie laut wurde, erhielt sie ihr Geld zurück und konnte den Bus verlassen.

Sie wandte sich daraufhin an die KVG, die auch für die im Landkreis fahrenden VOG-Busse zuständig ist. Dort sagte man ihr, dass man leider nichts machen könne, sie hätte lediglich auf den nächsten Bus warten oder sich ein Taxi nehmen können, das allerdings hätte sie dann auch selbst bezahlen müssen. „Ich hatte nicht das Gefühl, Kundin zu sein“, zeigte sich die 17-Jährige nach dem Gespräch enttäuscht, „ich hätte zumindest erwartet, dass es eine Entschuldigung gibt.“

KVG-Betriebsleiter Hartmut Müller bedauert den Vorgang. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen, das entspricht auch nicht unserer Philosophie“, sagt er. Busfahrer seien grundsätzlich verpflichtet, falsch ausgestellte Tickets zurückzunehmen, selbstverständlich könne das nicht dem Fahrgast angelastet werden. Jeder Busfahrer sei zudem angehalten, sich bei Unklarheiten mit der Einsatzzentrale in Verbindung zu setzen. Dass der Busfahrer den Freizeitpass offenbar nicht kannte, wolle er zum Anlass nehmen, die Mitarbeiter über dieses HVV-Produkt besser zu informieren. Danach können Schüler für 7,70 Euro im Monat den Freizeitpass der HVV für Schüler erwerben, mit dem sie ab nachmittags den Bus zu Kindertarifen nutzen können.

„Die Kundin hätte in diesem Fall auch tatsächlich ein Taxi nehmen können“, führt Müller aus. Gezahlt hätte das die KVG.Das Unternehmen erstatte die Taxikosten immer dann, wenn ein Verschulden des Unternehmens vorliege, „so wie in diesem Fall“. Nicht gezahlt werde lediglich bei Fremdverschulden wie Verkehrsunfällen und witterungsbedingten Ausfällen, wenn beispielsweise ein Baum die Straße blockiere. „Wichtig ist in diesen Fällen, die Taxi-Quittung mit einer Beschreibung des Vorgangs schriftlich bei uns einzureichen.“

Sollten der Melbecker Schülerin Kosten entstanden sein, stellt Müller klar, möge sie diese bitte ebenfalls bei der KVG einreichen, sie würden dann übernommen.