Sonntag , 25. Oktober 2020
Bisher stand im Waldgebiet neben der Bleckeder Zoll- und Polizeihundeschule nur ein großes Schild mit dem Hinweis auf den Übungsbetrieb der Diensthundeausbildung. Seit kurzem fordern weitere Schilder Hundehalter auf, die Wege nicht zu verlassen und ihre Tiere anzuleinen. Foto: nh

Schilderwald in Bleckede

off Bleckede. Der Spaziergang beginnt wie üblich. Michael Köpke und Mischlingshund Racker verlassen das Haus und schlendern durch das Wohngebiet Richtung Wald. Irgendwann erreichen sie das Gebiet rund um die Zoll- und Polizeihundeschule und Köpke stechen schon von Weitem die strahlend weißen, neuen Schilder ins Auge. „Privatgrundstück des Bundes. Verlassen der Waldwege verboten! Hunde sind an der Leine zu führen!“ steht nun direkt unter den moosbedeckten Schildern mit der Aufschrift „Achtung! Diensthundeausbildung freilaufende Hunde“. Köpke und Racker spazieren weiter, doch eine Frage lässt den Bleckeder nicht mehr los. „Warum die vielen neuen Schilder?“

Dass das Gelände neben der Hundeschule Privatbesitz des Bundes ist, weiß Köpke. Auch dass Polizei und Zoll mit ihren Hunden in den Waldgebieten trainieren, ist dem Bleckeder bekannt. „Ich frage mich allerdings, warum man ausgerechnet jetzt die ganzen Schilder aufgestellt hat.“

Und noch etwas beschäftigt den Hundebesitzer: „Welche rechtliche Handhabe haben die Eigentümer, wenn ich meinen Hund nicht an die Leine nehme?“
Verantwortlich für Pflege und Sicherung des Geländes am Bleckeder Ortsrand in Richtung Dahlenburg ist die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten in Soltau. Fachbereichsleiter Matthias Sperling erklärt den Hintergrund der neuen Schilder: „Bei dem Waldstück handelt es sich um einen Übungsplatz der Bundespolizei, und um Konflikte mit den Diensthunden zu vermeiden, weisen wir Spaziergänger darauf hin, dass sie ihre Hunde bitte an die Leine nehmen.“

In jüngster Vergangenheit habe es mehrere Problemsituationen gegeben, „sodass wir uns entschieden haben, die Schilder aufzustellen“. Verbieten darf die Behörde den Zugang zum Waldstück nicht, „denn in Deutschland gibt es ein Betretungsrecht in Wäldern“, so Sperling. Welche rechtliche Handhabe es gegen Spaziergänger gebe, die ihre Hunde trotz Anweisung nicht an die Leine nehmen, „haben wir im Detail noch nicht geprüft“, gesteht Sperling. Man hoffe, dass sich die Bürger einsichtig zeigen und sich an die Regeln halten. „Erst wenn das nicht funktioniert, müssen wir uns mit den Sanktionsmöglichkeiten auseinandersetzen.“