Samstag , 19. September 2020
An der B 209 zwischen Häcklingen und Melbeck stehen bereits vier Windkraftanlagen, fünf weitere sollen noch hinzu kommen, wenn es nach den Plänen eines Windpark-Betreibers geht. Foto: t&w

Fünf neue Riesen am Stadtrand

us Lüneburg. Windkraftanlagen mit Höhen bis zu 200 Metern sollen künftig zwischen Lüneburg und Melbeck in den Himmel ragen, das jedenfalls sehen Pläne der Bürgerwindpark Häcklingen-Melbeck Projektentwicklungsgesellschaft mbh & Co. KG vor. Entstehen sollen die Anlagen auf einem Gelände, das vom Landkreis Lüneburg als Vorranggebiet „Melbeck/Häcklingen“ für die Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehen ist.

Auf dem rund 103 Hektar großen Gelände sollen insgesamt fünf Windkraftanlagen errichtet werden. Bei Rotordurchmessern zwischen 115 und 122 Metern sollen die geplanten Anlagen Gesamthöhen zwischen 190 und 200 Metern erreichen. Die Fläche befindet sich zwischen den Ortsteilen Häcklingen und Melbeck, südlich der Bundesstraße 209 und westlich der Bundesstraße 4, und berührt die Gebiete der Hansestadt Lüneburg und der Samtgemeinde Ilmenau. Sie wird von einer Hochspannungs- und einer Mittelspannungsleitung durchschnitten. Im südwestlichen Bereich befinden sich bereits vier im Jahr 2003 errichtete Windkraftanlagen, zwei davon außerhalb des Vorranggebietes.

Die Projektentwicklungsgesellschaft, ein Zusammenschluss von Grundstückseigentümern und Landwirten aus Häcklingen, Melbeck und Rettmer, plant auf der Fläche die Einrichtung eines sogenannten Bürgerwindparks. Ziel ist es, Bürgern der Hansestadt Lüneburg und der Samtgemeinde Ilmenau die Möglichkeit zu bieten, sich an der Finanzierung des Bürgerwindparks zu beteiligen. Auch eine finanzielle Beteiligung der Avacon AG mit zehn Prozent des erforderlichen Eigenkapitals ist geplant.

Ob und wann es zu der Einrichtung des Bürgerwindparks kommt, hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob die dafür vorgesehene Vorrangfläche wie geplant beschlossen wird. Denn das Gelände gehört zu den insgesamt acht Vorranggebieten, die der Landkreis Lüneburg im Rahmen der Überarbeitung des Regionalen Raumordnungsprogramms im Landkreis bislang lediglich vorgesehen hat, ein entsprechender Beschluss aber steht noch aus. Grund sind mehrfache Überarbeitungen der Pläne aufgrund von Einwendungen und Stellungnahmen von Einwendungsberechtigten und von Trägern öffentlicher Belange. Die Pläne für die Vorranggebiete waren zuletzt im Mai dieses Jahres öffentlich ausgelegt worden, derzeit laufen die Arbeiten für die Bewertung und Erörterung der Ergebnisse aus dieser Auslegung. Nach aktueller Planung sind mit den acht Vorranggebieten insgesamt rund 780 Hektar Fläche für Windkraftanlagen ausgewiesen, rund 0,6 Prozent der Gesamtfläche der Landkreises. Wann mit einem Abschluss des Verfahrens zu rechnen sei, könne derzeit noch nicht gesagt werden, teilte Katrin Holzmann, Pressesprecherin des Landkreises, mit.

Das Projekt soll in der gemeinsamen Sitzung der Umweltausschüsse von Stadt und Kreis am 9. Juli durch einen Vertreter der BVNON Dienstleistungs- und Projektentwicklungs GmbH, einem Tochterunternehmen des Bauernverbands Nordostniedersachsen (BVNON), detailliert vorgestellt werden. Die BVNON wurde von der Bürgerwindpark Projektentwicklungsgesellschaft mit der Organisation und Durchführung der Arbeiten für die Errichtung des Bürgerwindparks beauftragt.