Mittwoch , 21. Oktober 2020
Die Stadt hat quasi als Hindernisse Leitpfähle aufstellen lassen, damit die Parkbucht an der Erbstorfer Landstraße nicht mehr genutzt wird.

„Poller“ beenden Parkplatz-Diskussion

jj Lüneburg. Parkplätze sind in Lüneburg ein Streitthema erster Güte. Zu seltener Berühmtheit hat es dabei vor einem Jahr eine kleine Parkbucht an der Erbstorfer Landstraße kurz hinter der Abfahrt auf die Ostumgehung gebracht. Jahre wurde sie vernachlässigt und nicht genutzt, dann zum Zankapfel der Parteien. Die CDU wollte den Parkplatz als solchen wieder ertüchtigen, Grüne und SPD lieber „renaturieren“. Die Parkbucht schaffte es bis auf die Tagesordnung des Rates und löste eine breite Debatte aus. Dann war Ruhe. Jetzt aber hat die Stadt still und heimlich den Parkplatz „zugepollert“.

Hartmut Müßigbrodt wohnt am Ebensberg, kennt den außer Dienst gestellten Rastplatz seit Jahren. ,,Der Platz war gerade für auswärtige Autofahrer, die sich orientieren wollen, nützlich für einen kurzen Stopp. Doch jetzt hat die Stadt dort lauter Poller aufgestellt. Was das wieder kostet“, ärgert er sich.

Lüneburgs Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier bestätigt, dass die Abwassergesellschaft, in die auch der Betriebshof der Stadt integriert ist, dort im Auftrag der Stadt Verkehrsleitpfähle aufgestellt hat. ,,Fünf Stück. Es gab wieder Klagen aus dem Wohngebiet gegenüber, dass dort Baufahrzeuge geparkt wurden. Die Firma hat in der Stadt Kabel verlegt.“ Steinmeier versichert, dass die Investition überschaubar geblieben ist: ,,150 Euro Materialkosten.“

Im vergangenen Jahr hatten sich direkt vor der Ratssitzung, in der die Parkbucht zum Thema wurde, Politiker von CDU, Grünen und SPD medienwirksam mit Schaufeln und Spitzhacke ablichten lassen, was wiederum zu bösen Kommentaren führte, womit sich doch der Rat so alles auseinandersetze. Frei nach Goethe: Getretener Quark wird breit, nicht stark.